Zukunft des FC Bayern Bayern plant den „FC Guardiola“

Soll eine Ära prägen: Bayerns neuer Coach Pep Guardiola. Foto: dapd

Zukunftsplanungen an der Säbener Straße: Die Offiziellen reden ungern darüber, aber sie tun es doch - beim FC Bayern laufen längst die Vorbereitungen für die Ära Guardiola.

 

München - Wer Matthias Sammer dieser Tage mit dem Namen Pep Guardiola kommt, muss ein mittelschweres Erdbeben fürchten. „Völlig verkehrt“ sei es, sich in dieser Phase der Saison mit der Zukunft zu beschäftigen, sagt der Sportvorstand von Fußball-Rekordmeister Bayern München. Er selbst will sich diesbezüglich bis Anfang Juni deutlich zurücknehmen. „Es geht um das Hier und Jetzt. Alles andere ist nicht zu kommentieren“, sagt er.

Das ist natürlich ein bisschen geflunkert. Beim FC Bayern laufen im Hintergrund längst die Planungen für die Ära Guardiola, die am 1. Juli beginnt – und Sammer ist mittendrin statt nur dabei. In der jüngsten Länderspielpause trafen sich Sammer und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in Barcelona mit Guardiola. „Wir müssen nach und nach die neue Saison planen“, sagt Rummenigge im Widerspruch zu Sammer, „und uns über neue Spieler und Mitarbeiter unterhalten“.

Erste Namen sind in Barcelona gefallen – es geht um Mitglieder im Funktionsteam von Guardiola und um neue Spieler. Im Profi-Kader dürfte es allerdings bei wenigen, punktuellen Veränderungen bleiben. „Ich übergebe meinem Nachfolger eine Mannschaft, die einen super und erfolgreichen Fußball spielt“, sagte Noch-Trainer Jupp Heynckes in der vergangenen Woche, „und wie ich den FC Bayern kenne, wird er noch den ein oder anderen Klassespieler dazuholen. Man kann davon ausgehen, dass der FC Bayern weiter dominant Fußball spielen wird.“

Drei Verträge laufen aus (van Buyten, Pizarro, Timoschtschuk), in Abwehrspieler Jan Kirchhoff vom FSV Mainz 05 steht ein Neuzugang für Guardiola fest. Sollte van Buyten entgegen der jüngsten, für den 35 Jahre alten Belgier positiven Anzeichen, doch abgegeben werden, ist der Zugang eines weiteren Abwehrspielers wahrscheinlich. Guardiola soll über den Uruguayer Diego Godin (27) von Atletico Madrid und seinen Landsmann Alberto Botia (24) vom FC Sevilla nachdenken.

Zudem sind die Bayern weiter an Robert Lewandowski von Borussia Dortmund interessiert. Die Frage ist nur: Machen sie noch ein Jahr mit Pizarro weiter und sparen sich so die horrende Ablöse für den Polen, oder will Guardiola ihn sofort? Sicher ist: Der 24-Jährige würde bestens zu Guardiolas Vorstellungen vom Fußball passen. Wobei: „So, wie mit dem FC Barcelona kann er mit dem FC Bayern nicht spielen.“ Sagt Franz Beckenbauer. Die Münchner hätten für das Tiqui-taca, wie es Guardiola mit den Katalanen zelebrierte, „gar nicht die Spieler“. Daran würde auch Lewandowski nichts ändern.

Dennoch wird Guardiola beim FC Bayern einen neuen Stil prägen. Dabei setzt er auf manch alten Bekannten. Aus Spanien will er seinen Vertrauten Manuel Estiarte, Wasserball-Olympiasieger 1996, mitbringen. Als Physiotherapeut und Aufbautrainer ist Emili Ricart im Gespräch, und die Scouts Domenec Torrent sowie Carlos Planchart könnten Michael Niemeyer verstärken, der bisher für die Spiel- und Leistungsanalyse verantwortlich zeichnet.

Heynckes-Assistent Peter Hermann wird den FC Bayern im Sommer verlassen und zurück zu Bayer Leverkusen wechseln, Torwarttrainer Toni Tapalovic, dessen Vertrag ausläuft, soll dagegen bleiben. Und was wird aus Hermann Gerland? Der hat einen unbefristeten Vertrag – und den kann wohl nicht einmal Guardiola kündigen.

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