Zukunft der Stadtverwaltung Landshut: Kommt bald das digitale Rathaus?

Alexander Putz (l.) und Christian Häglsperger. Foto: us

Wie gut steht es in der Landshuter Stadtverwaltung mit Online-Abwicklung und Co?

Landshut - Bayern soll digital werden - so der Plan der Landesregierung. Konkret heißt das: Bis 2020 sollen die Rathäuser in Bayern komplett digital arbeiten. Anträge auf Pässe, Urkunden oder Kfz-Anmeldungen sollen online gestellt werden können.

Wie realistisch ist dieses Szenario in Landshut? Die AZ hat recherchiert, was schon alles möglich ist - und nachgefragt, was die Stadtverwaltung für die Zukunft plant.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker formulierte vergangene Woche das Vorhaben der Bayerischen Regierung so: "Ziel ist es, Verwaltungsdienstleistungen stationär und mobil rund um die Uhr und von überall sicher abrufen zu können." Unter Verwaltungsdienstleistungen fällt alles Mögliche, vom Passantrag bis zur Anmeldung des Autos.

Die Stadt arbeitet an einem digitalen Gesamtkonzept

Bis Ende 2020, so der Plan der Bayerischen Regierung, sollen diese Dinge von Computer und Handy aus erledigt werden können. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für alle Kommunen möglich sein wird. Vor allem, wenn sie noch nicht vorgearbeitet haben", sagt Oberbürgermeister Alexander Putz.

Für Landshut sei das Thema nicht neu, im Gegenteil: "Mehrere Mitarbeiter entwickeln schon seit Monaten ein digitales Gesamtkonzept für die Stadt." Dazu verschaffen sich die Mitarbeiter gerade einen Überblick über den Ist-Zustand: Welche digitalen Angebote sind bereits vorhanden ? Auf der einen Seite für Bürger, sogenannte eGovernment-Lösungen, auf der anderen Seite innerhalb der Stadtverwaltung, beispielsweise Managementsysteme.

Im Vergleich mit anderen Kommunen sei Landshut schon ziemlich gut aufgestellt, verrät Putz.

Noch viel zu tun

Aber: "Natürlich gibt es noch viel zu tun. Wir müssen ja längerfristig denken und wissen, wo wir in fünf Jahren sein wollen." Eines der vielen Ziele sei beispielsweise, eine neue Website für die Stadt zu entwickeln und darüber alle alten und neuen eGovernment-Angebote zu bündeln - bei hunderten Unterseiten und Schnittstellen zu anderen Websites eine Mammutaufgabe.

Christian Häglsperger, Leiter der Organisationsabteilung im Hauptamt, und seine Mitarbeiter brechen die geplanten digitalen Projekte in Arbeitspakete herunter. "Die werden wir dann nach und nach umsetzen."

Es werden nicht nur reine IT-Maßnahmen anstehen. Auch Personal muss geschult werden, das beispielsweise mit digitalen statt mit analogen Abläufen arbeiten muss. Manches funktioniert bereits ohne Konzept.

Wer etwas im Bürgerbüro zu erledigen hat, kann sich vorab online einen Termin reservieren und sich so vor Ort lange Wartezeiten sparen.

Zweiter Schalter in Planung

Die Mitarbeiter können sich auf den Termin vorbereiten, etwa die Formulare zusammenstellen. "Das Angebot wird gut angenommen", so Putz. Aktuell bearbeitet nur ein Schalter im Bürgerbüro die Online-Termine.

"Die Nachfrage ist groß, wir werden bald einen zweiten Schalter einführen." Werden irgendwann überhaupt noch Menschen in das Bürgerbüro kommen, wenn viele Dinge online abgewickelt werden können? "Ich glaube nicht, dass es so weit kommt", sagt Putz.

"Es gibt viele Menschen, die nicht die Möglichkeit dazu haben, alles im Internet zu erledigen - oder es auch nicht wollen. Deswegen werden wir, denke ich, da noch länger zweigleisig fahren müssen." Die Wartezeiten im Bürgerbüro zu reduzieren, ist nur eine von vielen Maßnahmen, die schon umgesetzt sind.

Es geht voran

"Wir haben zum Beispiel Online-Wohngeldrechner, die 'Onleihe' der Stadtbücherei oder viele Formblätter, die man online ausfüllen kann", zählt Häglsperger auf. "Seit dieser Woche kann außerdem der Bebauungsplan im Internet abgerufen werden."

Es geht also voran. Und zwar nicht nur in der digitalen Welt: "Zur Digitalisierung gehört Kommunikation", sagt Putz - Beispiel Netzausbau: "Die 50 Mbit, die wir fast im ganzen Stadtgebiet garantieren, können nicht das Ende der Fahnenstange sein."

Um das Internet zu beschleunigen, muss die Stadt mit Netzanbietern sprechen. Genauso gehört die Kommunikation mit Bürgern dazu. Putz: "Wir müssen zeigen, dass es diese Angebote gibt, damit sie diese auch nutzen können."

 

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