Zukunft der Nationalmannschaft DFB-Team nach der WM: Die Stars aus der zweiten Reihe

Sebastian Rudy gehört zu den möglichen Kandidaten für zukünftige Einsätze in der DFB-Elf. Foto: dpa

Nach den Rücktritten und Ausfällen gibt Löw den Talenten in der DFB-Elf eine Chance. Die Abendzeitung beleuchtet die Kandidaten mit Chancen in der Zukunft des DFB.

 

Dortmund - Selten war die Chance so groß, in der Nationalelf eine bedeutende Rolle zu spielen wie in diesen Tagen. Selten hatten Talente derart freie Fahrt, um in den Kader zu rücken oder gar Einsätze zu bekommen im Vier-Sterne-Trikot des Weltmeisters.

Was ohne den Titel von Rio sicher anders ausgesehen hätte. Miroslav Klose wäre wohl so oder so zurückgetreten, hingegen hätten Kapitän Philipp Lahm und Per Mertesacker wohl einen weiteren Anlauf mit Blick auf die EM 2016 in Frankreich gestartet. Dazu kommen all die Verletzten. Schweinsteiger, Khedira, Özil, Hummels – allesamt Opfer der WM und ihrer Entscheidung, der Titelchance von Brasilien alles unterzuordnen. Komme, was wolle. Verständlich. Doch aktuell müssen sie mit den Konsequenzen leben, der Körper nimmt sich die Auszeit.

Bundestrainer Joachim Löw hat das alles kommen sehen. „Gewisse Nachwirkungen der WM werden uns noch ein paar Monate begleiten“, meinte der 54-Jährige und kündigte eine behutsame Dosierung der Einsatzzeiten seiner Auserwählten an: „Wir müssen schauen, dass die Spieler nicht völlig verschlissen werden.“

Also braucht er Alternativen. „Wir wollen neue Leute integrieren, die Tür zur Nationalmannschaft ist offen“, kündigte Löw an, „wir haben einen sehr guten Unterbau, das hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert.“

Die Abendzeitung wagt einen Blick auf die Kandidaten:

Sebastian Rudy (24/Hoffenheim): „Sebastian habe ich aufgestellt, weil er im Training am Ball sehr sicher war“, sagte Löw, „ich habe gesehen, dass er auf der Position in der Spielauslösung nach vorne sehr gut sein kann.“ Könnte dank seiner Vielseitigkeit eine wertvolle Kader-Alternative werden.

Christoph Kramer (23/Gladbach): Die Leverkusener Leihgabe an Gladbach (bis 2015) stand schon im WM-Finale bis zu seinem Knockout auf dem Platz. Er ist die Entdeckung des Jahres im Zentrum: Gutes Auge, schlaue Pässe. Der Mann der Zukunft.

Erik Durm (22/Dortmund): Löw: „Bei den Außenverteidigern haben wir derzeit nicht allzu viele Möglichkeiten. Aber Erik ist wahnsinnig wissbegierig, lernwillig und auch lernfähig.“ Könnte sich auf der linken Abwehrseite mangels Alternativen festspielen. Muss noch reifen.

Antonio Rüdiger (21/Stuttgart): Löw sagte, der VfB-Verteidiger erinnere ihn an den jungen Jérome Boateng. „Antonio Rüdiger macht bei uns im Training in der Defensive einen sehr starken Eindruck, was das Zweikampfverhalten betrifft.“ Der Stuttgarter Publikumsliebling hat die Chance, sich auf rechts zu beweisen. Gute Ansätze, noch zu ungestüm.

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Matthias Ginter (20/Dortmund): Innenverteidiger, der bei der WM keine Minute zum Einsatz kam. Geht beim BVB in die Lehre, Gegner wie Argentinien sind noch eine Nummer zu groß.

Oliver Sorg (24/Freiburg) und Christian Günter (21/Freiburg): Löw: „Sorg und Günter wären auch Kandidaten, sie haben schon bei uns im Mai gegen Polen gespielt. Das sind schon Spieler mit Perspektiven.“ Die Freiburger beobachtet Löw oft in seinem „Heim-Stadion“ an der Dreisam. U21-Trainer Horst Hrubesch braucht sie im Oktober für die EM-Qualifikation. Kandidaten für die Zeit nach der EM.

Jugend hin oder her – auf zwei etablierte Kräfte setzt Löw jedoch auch. Bayerns Innenverteidiger Holger Badstuber (25) hat nach seinen zwei Kreuzbandrissen mittlerweile wieder drei Pflichtspiele unter Pep Guardiola absolviert. Über eine eventuelle Nachnominierung des Linksfußes hatte man DFB-intern nach der Hummels-Verletzung bereits diskutiert.

Ein weiterer möglicher Rückkehrer: Ilkay Gündogan (23), der nach über einem Jahr Pause in Folge von langwierigen Rückenproblemen nun wieder ins Teamtraining bei seinem Verein Borussia Dortmund eingestiegen ist.

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