In der Nacht auf Freitag kontrolliert die Polizei vier junge Männer. Was sie in deren Autos findet, zeigt: die Männer planen eine Straftat. 

Feldkirchen - Das passiert auch der Polizei nicht alle Tage: Bei einer Fahrzeugkontrolle am frühen Donnerstagmorgen gingen den Beamten vier Männer ins Netz, die Größeres vorhatten.    

Gegen 1 Uhr Früh am Donnerstag, 16. August, kontrollierten Beamte der 3. Einsatzhundertschaft München eine Personengruppe in Feldkirchen: Einen 30-jährigen und einen 23-Jährigen aus dem Landkreis München, sowie einen 22-Jährigen und einen 26-Jährigen, beide Münchner. Die jungen Männer standen mit zwei Fahrzeugen, einem BMW und einem Mini, am Fahrbahnrand und hatten so die Aufmerksamkeit der Polizei erregt.

Die Polizeibeamten entdeckten in einem der Autos eine größere Brechstange, Anlass genug, auch die Fahrzeuge einer genaueren Kontrolle zu unterziehen. Und das lohnte sich: In den Pkw fanden sich mehrere Gegenstände, eine Gasflasche, ein Schlauch und Wechselbekleidung, die darauf hindeuteten, dass die Männer vorhatten, einen Geldautomaten zu sprengen.

Noch dazu fanden sich Kfz-Kennzeichen, die in der Nacht vom 14. auf den 15. August von einem Pkw in Vaterstetten entwendet wurden.

Die Männer, ein Student, ein Bürokaufmann, ein Versicherungsangestellter und ein Arbeitsloser, wurden vorläufig festgenommen und ins Polizeipräsidium München gebracht.

Bankkaufmann als Komplize

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen ergaben sich dann Hinweise auf einen 20-jährigen Bankkaufmann aus dem Landkreis Rosenheim, der der Gruppe Hinweise über Bankautomaten gab. Noch am Donnerstag, wurden die Wohnungen der vier Festgenommenen durchsucht. Dabei fanden sich eine verbotene Hieb- und Stoßwaffe sowie Munition für die keine waffenrechtliche Erlaubnis vorliegt. 

Die Vier werden nun im Laufe des Freitags dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der prüft die Haftfrage.

Ihnen werden verschiedenste Delikte vorgeworfen, so etwa das Verabreden zu einem Verbrechen des schweren Bandendiebstahls und dem Vorbereiten und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie der Diebstahl der Kennzeichen.

Gesprengte Geldautomaten: Die Fälle häufen sich

Der Sachschaden ist nicht selten höher als die Beute, dennoch häufen sich deutschlandweit im ersten Halbjahr 2018 die  Attacken auf Geldautomaten: 187 Fälle waren es bisher. Ein Trend, der sich auch in München und Umgebung ablesen lässt. Schon im Dezember 2017 fragte man sich angesichts dreier gesprengter Geldautomaten binnen drei Monaten, ob man es mit Serientätern zu tun hat. Anlass war eine Spreng-Attacke auf eine Commerzbank am Nordbad. Im April 2018 dann standen Täter vor Gericht, die bei der Sprengung eines Automaten in Oberhaching 2016 keine Beute machten, aber einen enormen Sachschaden hinterließen. Ebenfalls im April 2018 wurde außerdem die Filiale einer Deutschen Bank in Ottobrunn zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres ausgeraubt - ebenfalls mittels Sprengung.  Der erste Überfall auf die Filiale in der Naupliaallee war im Oktober 2017.   Gleich darauf folgte ein Angriff auf eine Bankfiliale in Grünwald. Anfang Mai war dann eine Deutsche Bank in der Kreillerstraße das Ziel. 

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