Zu viele Raser auf Bayerns Straßen Mehr Verkehrsunfälle, aber weniger Tote

Besonders gefährdet sind Motorradfahrer. 140 Biker sind 2015 bei Unfällen getötet worden, zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Auch die Zahl der getöteten Radler und Fußgänger ist gestiegen.

München - Der sicherste Platz im Straßenverkehr ist, das belegt die gestern von Innenminister Joachim Herrmann vorgestellte Unfallstatistik, das eigene Auto. Laut Innenministerium starben 271 Menschen, die in einem Auto saßen. Das ist ein Rückgang um knapp sieben Prozent im Vergleich zu 2014. Nahezu jeder Vierte von ihnen hatte keinen Sicherheitsgurt angelegt. Dieser Leichtsinn hat 67 Menschen das Leben gekostet, darunter auch einem Kind.

Wer ohne Gurt in eine Kontrolle gerät, zahlt 60 Euro Strafe und zusätzlich kassiert er einen Punkt in Flensburg.

„Unverhältnismäßig hoch“, so Joachim Herrmann, selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer, ist die Zahl der getöteten Biker. 140 starben, eine Zunahme um zehn Prozent. Diese Zahl belege, „wie riskant Motorradfahren noch immer ist“.

89 Fußgänger starben laut Innenministerium im letzten Jahr in Bayern (Plus 4,7 Prozent). Bei Radlern gab es 81 Tote (6,6 Prozent) zu beklagen, davon waren neun mit E-Bikes unterwegs.
„Im Zweifelsfall sollte jeder von uns lieber etwas nachgeben, das kann das Unfallrisiko erheblich reduzieren“, so der Appell des Innenministers.

In München und dem Landkreis sank die Zahl der Verkehrstoten im letzten Jahr um rund ein Viertel. 2015 registrierte das Polizeipräsidiums in seinem Zuständigkeitsbereich 21 Tote bei Verkehrsunfällen. Insgesamt sind im letzten Jahr im Freistaat 614 Menschen ums Leben gekommen, lediglich fünf Opfer weniger als noch 2014.

Besonders gefährlich sind die Landstraßen im Freistaat. Hier ereignen sich nach Angaben des Innenministeriums noch immer die meisten schweren Unfälle mit insgesamt 393 Toten. Die Zahl der Verkehrsunfälle auf Landstraßen stieg insgesamt um zehn Prozent auf 111 799. Eine erschreckende Bilanz, zumal in den vergangenen Jahren Millionen in die Beseitigung von Unfallschwerpunkten und die Verbesserung der Übersichtlichkeit gefährlicher Streckenabschnitte investiert wurden.

391 125 Mal hat es im vergangenen Jahr auf Bayerns Straßen und Autobahnen gekracht. Das entspricht einer Zunahme von fast sechs Prozent. Die Zahlen belegen, dass im Freistaat zu viele Raser unterwegs sind. Mehr als jeder vierte Unfall ist laut Polizei auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen.

Zu viele setzten sich zudem betrunken ans Lenkrad. Bei 4580 Unfällen war Alkohol im Spiel, das entspricht einem minimalen Rückgang von 23 Alkoholunfällen im Vergleich zu 2014. Bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen kamen 49 Menschen ums Leben.

Die bayerische Polizei wird deshalb die Jagd auf Raser und Alkoholsünder weiter verstärken. Vor allem jetzt, zu Beginn der Starkbiersaison, sollte man deshalb lieber auf Bahn oder Bus umsteigen. Auch ein landesweiter Blitzmarathon gegen Raser ist wieder in Vorbereitung.

 

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