Jessica Teichelmann gelingt zwar nicht der ganz große Wurf, mit 250.000 Euro zieht sich die 24-Jährige am Montagabend beim Zocker-Special von "Wer wird Millionär?" aber glänzend aus der Affäre. Die Konkurrenz bringt's nur auf je 1.000 Euro und ein Günther-Jauch-Autogramm.

München - Am Ende verhelfen der sympathischen Studentin (medizinisches Management) aus Friedrichsdorf bei Frankfurt die Kombination aus 50:50-Joker und großväterlichem Rat zu einer Viertelmillion Euro. Und die will sie gemeinsam mit ihrem Freund - die beiden leben seit sechs Jahren zusammen - in eine Weltreise und ein T5-Kleinbus investieren.

Dabei hatte Jessica Teichelmann noch zu Beginn der Fragerunde offenherzig gestanden, dass sie "ihre nervöse Blase" spüre und nicht damit gerechnet habe, "überhaupt heute auf diesem Stuhl zu sitzen". Es lief aber äußerst geschmeidig: Die 16.000-Euro-Hürde nahm sie ohne Probleme und hatte ab da dann Zugriff auf ihre vier Joker. Sie wusste aus dem Stegreif, dass "J.Law" für Jennifer Lawrence vermehrt als Kurzform neben der allgemein bekannten Abkürzung "J.Lo" für Jennifer Lopez verwendet wird.

Bei 32.000 Euro stellte Moderator Günther Jauch fest, dass es schon deutlich besser laufe "als bei den beiden Jungs" zuvor. Die beiden frischgebackenen Väter Alexander Jahn aus Jena (28) und Jannis Lange aus Braunschweig (30) waren beide an der 16.000-Euro-Frage gescheiert und gingen dann je 1.000 Euro nach Hause. "Jetzt wird's ernst", stöhnte die 24-Jährige, die ihren Harndrang zu diesem Zeitpunkt längst vergessen hatte und gelöst-optimistisch ihre nächsten Herausforderungen anging.

Auch bei der 64.000-Euro-Stufe kam sie ohne Joker aus, entschied sich aus dem Bauch heraus für "Räuber Hotzenplotz", der in einem Werk aus dem Nachlass von Otfried Preußler ("Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete") als Titelheld in einem 2018 neu veröffentlichten Roman auf den Mond geschossen werden soll.

Bei der Lösung der 125.000-Euro-Frage stand ihr ein freundlicher Lehrer (Englisch/Sport) "in den letzten Zügen", also nahe der Pensionierung, zur Seite. Ihm wiederum half es sehr, dass er bei einem seiner Urlaube in einer Portwein-Kellerei in Porto gelandet war und sich dabei das entsprechende Fachwissen angeignet hatte. 

"Was ist in der Regel gemeint, wenn zwischen "Ruby" und "Tawny" unterschieden wird?", lautete die Frage - und "B Portwein" lautete die korrekte Antwort. "Sie können sich auf mich verlassen", meinte der Lehrer aus Marienheide noch und behielt Recht.

Die 250.000-Euro-Hürde nahm Jessica Teichelmann dann, indem sie sich mit Hilfe des 50:50-Jokers auf zwei Alternativen konzentrierte. "Wietze bei Celle war Ende der 1850er-Jahre Schauplatz einer der weltweit ersten...?  A Kasinoeröffnungen, B Erdölbohrungen, C Frauenfußballpartien, D Klimakonferenzen", lautete die Frage.

Die Optionen "Erdölbohrungen" und "Klimakonferenzen" waren geblieben, als die 24-Jährigen ihren Opa anrief - mit ihm und ihrer Oma hatte sie nach eigenen Angaben viele, viele Campingplätze dieser Republik kennengelernt. "Vielleicht auch Wietze", witzelte Jauch - doch die Studentin verstand gar nicht, was er wollte. War ja auch egal, denn schließlich hatte ihr Großvater recht, als er ihr zur Lösung "Erdölbohrungen" riet. Mit dem Hinweis "ganz sicher" übrigens.

Die Frage "Seinem Wortsprung nach ist der 'Fiskus' eigentlich...? A eine baumwollene Tasche, B eine gläserne Vase, C ein geflochtener Korb, D ein goldener Kelch" tendierte Jessica Teichelmann zu Antwort D, entschied sich aber dazu, aufzugeben und die 250.000 Euro einzusacken. Richtige Entscheidung, der "geflochtene Korb" war richtig. "Im Auto heule ich dann", gab die 24-Jährige zu.

Als vierte Kandidatin kam Lisa Bross aus München dran: Und auch sie kam nicht über 1.000 Euro hinaus. "Das ist mehr, als ich dabei hatte, als ich herkam", freute sich die wissenschaftliche Mitarbeiter an der Bundeswehr-Uni in Neubiberg bei München. Außerdem bekam sie etwas, was mit Geld nicht aufzuwiegen ist. Als Maskottchen hatte sie nämlich ein Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dabei, das Günther Jauch vor acht Jahren in Aachen mal für sie signiert, dabei allerdings keinen wasserfesten Stift benutzt hatte.

So war das Leibchen all die Jahre nicht in der Wäsche - und auch nie von Lisa getragen worden. Jetzt geht das wieder: Denn der freundliche Herr Jauch unterschrieb am Montag noch einmal, größer und mit Herz...