Zivilcourage in München Mut zeigen, wenn es brenzlig wird

Brutaler Angriff an den Riem Arcaden (Symbolbild). Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wie kann  man am Bahnsteig oder auch im Zug im Notfall anderen helfen, ohne selbst Opfer zu werden? Antworten gibt ein Kurs  mit speziell ausgebildeten Trainern der Polizei.

 

München - Seit dem brutalen Mord  an dem Unternehmer Dominik Brunner im September 2009 am Bahnhof in Solln haben viele Menschen offenbar Angst, dass sie angepöbelt oder belästigt werden könnten. Und das, obwohl laut Polizeistatistik in S- und U-Bahnen sehr wenig passiert. Wie man reagiert, wenn man trotzdem in eine brenzlige Situation kommt, vermittelt ein Kurs von Polizei, Dominik Brunner-Stiftung und der Aktion Münchner Fahrgäste.  1600 Menschen haben das Angebot in den letzten Jahren genutzt und sich informiert.

Generell gilt, andere auf eine Gefahrensituation aufmerksam zu machen. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass es in der Münchner U-Bahn Nothilfeeinrichtungen an den Türen gibt, über die man mit dem Fahrer sprechen kann. Der Lokführer kann dann die U-Bahn-Wache an der nächsten Station oder den Fahrdienstleiter alarmieren, der dann den Notruf an die Polizei weiterleitet.

Bei dem vierstündigen kostenlosen Sicherheitstraining zeigen erfahrene Beamte den Teilnehmern im Rollenspiel das richtige Verhalten. Der Kurs ist praktisch orientiert und findet in einem Original S-Bahnzug statt. Dabei übernehmen Polizisten die Rolle der Täter. Die Teilnehmer üben, wie sie in gefährlichen Situationen couragiert auftreten ohne sich selbst zu gefährden.

Das Zivilcourage-Training wurde bereits 2012 mit dem Nahverkehrspreis und dem Deutschen Schienen-Verkehrs-Preis ausgezeichnet. Der nächste Kurs findet am 9. Februar statt.

 

 

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