Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit Trotz Morddrohungen: Pfaffenhofen begrüßt Moschee

Die Bilder von der Moschee-Eröffnung in Pfaffenhofen. Foto: dpa

Hass-Mails bis hin zu Morddrohungen, Protestaufrufe von Rechtsextremen: Die Eröffnung der neuen Moschee in Pfaffenhofen hatte bis zuletzt für Schlagzeilen gesorgt. Am Samstag setzten mehrere hundert Menschen ein klares Zeichen gegen Fremden-Hass.

 

Pfaffenhofen – Begleitet von einer Demonstration gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ist im oberbayrischen Pfaffenhofen an der Ilm eine Moschee eröffnet worden. Nach Polizeiangaben beteiligten sich mehrere hundert Menschen an der Menschenkette unter dem Motto "Pfaffenhofen ist bunt - kein Ort für braune Parolen". Unter den Demonstranten waren Menschen aus allen Altersgruppen sowie viele Familien. Auch alle drei Bürgermeister der Stadt nahmen teil.

Im Vorfeld hatte es laut Medienberichten Hass-Mails bis hin zu Morddrohungen gegen den ersten Bürgermeister der Stadt, Thomas Herker (SPD), und den dritten Bürgermeister Roland Dörfler (Grüne) gegeben. Beide hatten sich für die Moschee und die türkisch-islamische Gemeinde eingesetzt.

Bürgermeister Herker sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur, die türkischen Bürger Pfaffenhofens seien eine bedeutende Gruppe und bestens integriert. "Es steht ihnen gut zu Gesicht, dass sie endlich adäquate Räumlichkeiten haben."

An der angekündigten Kundgebung gegen die Moschee beteiligten sich nach Polizeiangaben lediglich eine Handvoll Teilnehmer. Herker nannte den Protest der Moschee-Gegner "ein Demonstratiönchen". Außerdem seien unter den Islamkritikern keine Pfaffenhofener, vielmehr sei der Protest von außen in die Stadt getragen worden.

 

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