Youngster des FC Bayern "Next Generation" ein Versprechen für die Zukunft

Kingsley Coman und Joshua Kimmich (rechts) feiern Bayern-Torschütze Corentin Tolisso (Mitte). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Beim formidablen 3:1-Sieg in der Champions League gegen Paris St. Germain begeistern insbesondere die Youngster Coman, Kimmich, Tolisso und Süle. Trainer Jupp Heynckes sagt: "Wir haben eine gute Mannschaft mit Ambitionen."

München - Es ist der wohl meist diskutierte Begriff dieses zu Ende gehenden Jahres beim FC Bayern: Der personelle Umbruch. Wann beginnt die Zukunft? Wann wird der etwas überalterte Kader mit zwölf Profis, die 28 Jahre oder älter sind, verjüngt?

Und vor allem: Wer leitet das Lifting des Personal ein? Der entlassene Trainer Carlo Ancelotti (58) versagte auch in diesem Punkt, die Entwicklung der Perspektivspieler blieb aus. Sein Nachfolger Jupp Heynckes (72) packt das Projekt mutig und entschlossen an. Alter schützt vor Verjüngung nicht.

Beim formidablen 3:1 im letzten Gruppenspiel der Champions-League-Vorrunde gegen Paris St.-Germain betrug das Durchschnittsalter der Startelf genau 26 Jahre. Noch vor etwas mehr als zehn Wochen schickte Ancelotti gegen Wolfsburg (2:2) eine Mannschaft im stolzen Durchschnittsalter von 29,5 Jahren auf den Platz, die älteste Startelf aller 18 Bundesligisten in dieser Saison.

"Ich habe in meiner Karriere immer gerne mit jungen Spielern gearbeitet", erklärte Heynckes, der selber ja bereits 72 Jahre alt ist, "und die Jungen sollen von den Alten lernen. Das war schon immer so." Wie im Fußball so im Leben.

Kingsley Coman, der Turbo-Sprinter auf der Außenbahn, ist erst 21. Ein Versprechen für die Zukunft. 22 Lenze zählt Joshua Kimmich, der Rechtsverteidiger, drauf und dran, den zurückgetretenen Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm eins zu eins zu ersetzen. Auch der bärenstarke Niklas Süle, stets zuverlässiger Innenverteidiger, ist 22, lediglich ein Jahr älter Corentin Tolisso, der Doppeltorschütze gegen Paris. Diese jungen Hupfer begeisterten am Dienstag.

Heynckes von Coman besonders begeistert

Bayern-Inventar David Alaba (25), James Rodríguez (26), die Leihgabe von Real Madrid, von Heynckes aufgebaut und als defensiverer Mittelfeldspieler neu erfunden, gehören wie der verletzte Thiago ebenfalls zu Bayerns U27. Die neue Generation rüttelt am Thron der Routiniers wie Startelf-Rückkehrer Franck Ribéry (34), Arturo Vidal (30) und dem momentan vom Ischiasnerv geplagten Arjen Robben (33). Auch Thomas Müller (28), Javi Martínez (29) sowie die Innenverteidiger-Weltmeister Mats Hummels (28) und Jérôme Boateng (29) gehört nicht mehr zu den Jüngsten.

Die "Next Generation" steht ante portas – den Bayern muss um ihre mittelfristige Zukunft nicht bange sein. Besonders begeistert war Heynckes von Coman, dem jüngsten Stammspieler aus dem Profi-Kader. In seinem dritten Jahr in München blüht der Franzose erst jetzt richtig auf.

"Kingsley wird immer besser, behält jetzt auch die Übersicht, wenn er über die Außen durchbricht und flankt. Das ist auch ein Ergebnis unseres Trainings. Außerdem hat er jetzt auch die Anerkennung der Mannschaft und der Fans", sagt Heynckes und prophezeit seinem Schützling eine große Zukunft: "Er hat riesige Fähigkeiten, die er weiter perfektionieren muss. Das ist ein Reifeprozess. Er hat das Zeug dazu."

Heynckes, der Ausbilder. Dem 19-jährigen Österreicher Marco Friedl verhalf er im November zu seinem Profidebüt. Mal sehen, wann die bisher in der U23 oder U19 eingesetzten Christian Früchtl (17), das große Torwart-Talent, sowie Fabian Benko (19), Niklas Dorsch (19) und Fabian Götze (19), der Bruder von WM-Finaltorschütze Mario, zu ihren ersten Einsätzen kommen.

Das taktisch clevere 3:1 gegen Paris – geistreich schlug man die Neureichen – war Bayerns neunter Sieg in Serie unter Heynckes in der Champions League, vier sind es in dieser Saison. Das kann ja heiter werden.

"Wir sind da!", lautete das Fazit von Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Und Heynckes fühlte sich bestätigt. "Ich habe ja gesagt, dass der FC Bayern eine große Historie im Europapokal und in der Champions League hat. Mit dem Spiel haben wir untermauert, dass wir nach wie vor nicht nur wettbewerbsfähig sind, sondern dass wir eine gute Mannschaft mit Ambitionen haben." Und neuerdings mit Perspektive.

Lesen Sie hier: Die Pressestimmen zur Bayern-Gala gegen PSG

 

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