Yama Yama Der afghanische Partykeller

Nach dem Essen im "Yama Yama" an der Nikolaistraße wird gerne mal Schischa geraucht - zumindest in der dafür vorgesehenen Ecke. Foto: Daniel von Loeper

Das "Yama Yama" in Schwabing verwandelt sich abends in einen Partykeller. DJs legen auf, und schon bald soll hier auch Live-Musik und Bauchtanz geben. Im Mittelpunkt steht aber das Essen.

 

 Es ist schon merkwürdig, wie die Einrichtung eines Lokals manchmal die Zeit überdauert. Die lange Bar am anderen Ende des Raums, die Ziegelsteinmauern, das Mobiliar – vieles in dem neuen Restaurant „Yama Yama“ erinnert an die Zeit, als noch lange Champions-League-Nächte mit englischer Beteiligung im „Günther Murphy’s“ gefeiert wurden. Aus dem Irish Pub wurde ein griechisches Restaurant und nun eben ein orientalisches – doch die Grundausstattung, die ist geblieben.

Freilich hat der neue Chef Qader Yaman (52) auch umdekoriert. Die Wände sind nun Grasgrün, auf den Bänken liegen Orient-Teppiche, und hinten in der Ecke, in der einst das zweite Fußballspiel gezeigt wurde, kann man sich nun bequem hinfläzen und Schischa rauchen (für 6 Euro pro Kopf).

Nach dem Essen, versteht sich, und das steht hier im Mittelpunkt. Die Küche des Ende Juli eröffneten Yama Yama ist offiziell orientalisch, inoffiziell werden sowohl afghanische als auch arabische und indische Spezialitäten serviert. „Diese drei Küchen ähneln sich sehr“, sagt Yagana (27), Qader Yanams Tochter, „vor allem in ihrer Gewürzvielfalt.“

Es vergehe kein Tag, an dem kein Gast frage, was denn in dem und dem Gericht so alles drin gewesen sei. Etwa in dem Dessert „Ferni“, einem traditionellen Pudding mit Kokosflocken und Pistaziensplittern (für 4,90 Euro) – ein Muss für alle, die die afghanische Küche hier kennen lernen wollen. Schließlich stammt das Rezept aus dem Buch von Asefa Yaman (50), Qaders Frau.

Wer Hunger hat, sollte zunächst den arabischen Vorspeisenteller namens „Maza“ probieren (für zwei Personen: 8,90 Euro). Als Hauptspeise empfiehlt Yagana Yaman das „Mausaf“, Hühnchenbrust auf würziger Joghurtsoße, gefüllt mit Zwiebeln und Pinienkernen für 15,90 Euro oder ihr Leibgericht „Mantu“, Teigtaschen mit Hackfleisch-Zwiebel-Füllung unter einer Quark-Knoblauchdecke mit Linsensud für 11,90 Euro.

Bis 19 Uhr gilt die Tageskarte mit drei Menüs (ab 6,90 Euro), doch so richtig spannend wird es abends, wenn das Yama Yama sich in einen afghanischen Partykeller verwandelt. „Mit uns kann man echt feiern“, verspricht Yagana Yaman. Auf den großen Monitoren laufen dann orientalische Pop-Videos, und an den Wochenenden legen zwei DJs ab 23 Uhr auf – wobei der eine gerne mal zur Darbuka greift und trommelt. Geplant sind auch Abende mit Live-Musik und Bauchtanz an jedem zweiten Samstag.

Und wie halten es die Yamans mit dem Alkohol? „Wir trinken selber gerne“, sagt Yagana. Noch etwas, das sich seit dem Günther Murphys nicht geändert hat.


Nikolaistraße 9, Mo. bis Do. 11 – 1 Uhr, Fr. 11 – 5 Uhr, Sa. 17 – 5 Uhr, So. 17 – 1 Uhr, www.yama-yama.de, Tel. 38380099

 

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