Wunderlich wundert sich Gratulation, Italien! Aber jetzt mache ich erstmal Pizza-Pause

Katja Wunderlich fiebert mit der deutschen Mannschaft mit. Foto: az

Katja Wunderlich, Radiomoderatorin bei „Bayern 3“, ist EM-Kolumnistin der AZ und schreibt über das Halbfinale gegen die Italiener.

 

Glaube versetzt Berge, aber irgendwas stimmt mit meinem Glauben nicht. Wir waren uns doch so sicher, dass es dieses Mal klappt. Italien wunderbar, aber Deutschland ist nun mal unsere Heimat. 2006 war die Niederlage gegen dieses Land sehr schmerzhaft. Umso überraschender, dieses Mal hat es gar nicht so weh getan, oder? Wir sind also raus. Aber immer dieses Italien.

„Warum?“, möchte man zum Himmel schreien! Schon alleine wie sie die Hymne singen, macht die Italiener so gefährlich. Und dann noch dieses enfant terrible Balotelli, der haut uns die Bälle nur so um die Ohren. Unverschämt! Schuldige auf unserer Seite zu benennen, nein, suchen wir lieber nach den Vorteilen. Schweinsteiger und Co. können jetzt von Samstag bis Samstag Pauschalurlaub buchen, ist ja deutlich günstiger, sie müssen schließlich auch auf die EM-Prämie verzichten.

Auch für die Bayernspieler von Jogis Jungs ist es von unschätzbarem Vorteil, endlich nicht mehr Zweiter, sondern wenigstens mal Dritter. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel muss nicht mehr nach Kiew zum Finale und sich dafür rechtfertigen. Wenn sie bei Spiel Spanien – Italien auftauchen würde, wäre das doch etwas verwunderlich. Wie sagte der italenische Spieler Montolivo in astreinem deutsch: „Wir sind überglücklich.“ Man kann ihm nicht mal böse sein. Gratulation. Aber die nächsten Wochen mache ich erst einmal Pizza-Pause.

Und wartet nur, die nächste WM steht vor der Tür und dann kommt der Berg dahin, wo der Glaube ihn haben will!

 

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