Wohnwahnsinn in unserer Stadt Ein Haus in München als Trophäe

Unter Vermögenden ist das ein Trend – laut einer neuen Studie. Auch bis zu 25 Euro Miete pro Quadratmeter sind demnach in sehr guten Lagen üblich.

 

MÜNCHEN - 5,1 Millionen Euro. Das ist der aktuelle Durchschnittspreis für Wohn- und Geschäftshäuser in München. Im vergangenen Jahr sind Immobilien nochmal deutlich teurer geworden. Das zeigt der aktuelle Marktreport des Beratungs- und Vermittlungsunternehmens „Engel & Völkers Commercial“. Zuvor hatten Investoren „nur“ 4,3 Millionen Euro dafür hinblättern müssen.
Bei rund zwölf Prozent der verkauften Objekte lag der Preis demnach sogar über zehn Millionen Euro, in fünf Prozent der Fälle bei mehr als 20 Millionen Euro.

Auch solche horrenden Summen schrecken Investoren nicht ab. „Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot“, sagt Florian Speigel von „Engel & Völkers Commercial“. Die Eurokrise und niedrige Verzinsung anderer Geldanlagen würden die Preise weiter in die Höhe treiben. In dem Bericht heißt es: Selbst in sehr guten Lagen hätten Investoren ihre Immobilie nach höchstens 30 Jahren abbezahlt – allein durch die Mieteinnahmen. Steigende Mieten oder Eigenkapital sind da nicht einmal eingerechnet.

Apropos Miete: Die steigt natürlich auch. Was sonst. „In sehr guten Lagen werden Mieten bis zu 25 Euro pro Quadratmeter verlangt“, sagt Speigel. Einzelne Ausreißer lägen noch weit über dieser Marke. Bogenhausen oder etwa das Glockenbachviertel lassen grüßen. Auch in mittleren Lagen müssten Mieter bis zu 14 Euro pro Quadratmeter berappen, in einfachen Lagen bis zu elf.

In dem Marktbericht ist auch von so genannten „Trophy-Immobilien“ die Rede. Was das ist? Vermögende Privatinvestoren seien bereit, für solche qualitativ hochwertigen Objekte in den Spitzenlagen „reine und nicht repräsentative Liebhaberpreise zu zahlen“.

Bei kleineren Objekten dominieren Investoren aus München und der Region das Marktgeschehen. Die Prognose der Experten: Eine Tendenz, dass die Preise für Wohn- und Geschäftshäuser „als Folge einer Blasenbildung nachgeben, ist gegenwärtig nicht auszumachen“.

 

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