Wohnungsunternehmen in München GWG: Großer Gewinn trotz kleiner Mieten

Das Qualitätssiegel „Nachhaltiger Wohnungsbau“ gab es für die Plus-Energie-Häuser der GWG an der Krüner Straße. Foto: ho

Als städtische Firma muss die GWG sozial wirtschaften. Wie das am Wohnungsmarkt gelingt – und was das Unternehmen plant

 

München - Es ist Dietmar Bock schon anzumerken, dass er stolz auf das Ergebnis ist: 371 neue Wohnungen gebaut. 18 Millionen Euro Gewinn. Und das, obwohl das Unternehmen, dessen kaufmännischer Geschäftsführer Dietmar Bock ist, von seinen Mietern im Schnitt nur 6,58 Euro pro Quadratmeter verlangt. In Wohnwahnsinnshausen, also München.

Die Städtische Wohnungsgesellschaft GWG hat einen Bestand von knapp 28 000 Wohnungen, in denen rund 70 000 Mieter leben. Jetzt hat das Unternehmen die Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Und die fällt positiv aus.

371 Wohnungen hat die GWG 214 fertiggestellt, davon die meisten in den Stadtvierteln Sendling-Westpark (148 Einheiten) und Harthof (101 Einheiten). Zählt man die neuen Wohnungen der Tochterfirma MGS dazu, sind es sogar 457.

Zusätzlich hat die GWG neue Gewerbe- und Sozialflächen geschaffen, denn: „Das Konzept der GWG ist, auch an die Infrastruktur, die ein Quartier lebenswert macht, zu denken.“ So lobt Stadtbaurätin Elisabeth Merk die städtische Firma und verweist dabei zum Beispiel auf das Wirtshaus „Echardinger Einkehr“ in der von der GWG komplett sanierten Maikäfersiedlung in Berg am Laim.

Man habe viel investiert, sagt Dietmar Bock, aber trotzdem rund 18 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Den werde man nach Steuerabzug komplett in den Neubau investieren. Überhaupt nehme man in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand. Bis zum Jahr 2019 will die GWG rund eine halbe Milliarde Euro investieren. 1836 Wohnungen werden neu gebaut beziehungsweise umfassend modernisiert.

Ab 2020 soll es dann noch mal mehr sein und die durchschnittliche Zahl der fertigen Wohnungen pro Jahr von 400 auf 600 steigen.

Da geht noch was: Doppelte Wohnfläche durch Nachverdichtung

Hans-Otto Kraus, der technische Geschäftsführer der GWG, lobt vor allem die Modernisierungsarbeit seines Unternehmens: „Die Quartiers-Sanierungen haben für uns deshalb so einen hohen Stellenwert, weil hier nicht nur unser Bestand entwickelt wird, sondern zusätzliche Wohnfläche entsteht.“ So lasse sich durch Nachverdichtung, etwa indem man aufstockt oder Freiflächen mit Rücksicht auf das Gesamtensemble bebaut, die Wohnfläche in den meisten Fällen verdoppeln. „Diese Nachverdichtung ist in München dringend notwendig“, sagt Kraus.

Der Bestand der GWG erhöht sich aber nicht nur durch Neubau und Nachverdichtung. Vom Sozialreferat der Stadt hat die GWG im vergangenen Jahr 666 Wohnungen zur Verwaltung bekommen. Und dann ist da noch das Thema GBW: Das Unternehmen, dessen Wohnungen vor wenigen Jahren vom Freistaat Bayern an ein privates Immobilienkonsortium verkauft wurden, stößt immer mehr Objekte aus seinem Bestand ab. Und die GWG kauft einen Teil davon auf, um Mieter vor drastischen Mieterhöhungen oder Kündigungen zu schützen. Die GWG hat bereits rund 200 GBW-Wohnungen gekauft.

 

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