Wohnungseinbrüche Darum ist es in Bayern sicherer als im Rest Deutschlands

Bayerns Bürger müssen Einbrecher weniger fürchten als die Menschen in anderen Bundesländern. Nirgends ist die Zahl der Delikte niedriger.(Symbolbild) Foto: dpa

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist allein im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent gewachsen - in Bayern gingen die Straftaten allerdings zurück. Warum?

 

München - Nach der neuen Kriminalitätsstatistik hat die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende erreicht. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 167 136 Fälle registriert - fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2014. In Bayern sank die Zahl der Einbrüche allerdings pro 100 000 Einwohner von 65,1 auf 58,9.

Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen stiegen im Vergleich die Einbrüche im selben Zeitraum von 300,4 auf 353,6. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat die Bundesländer zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen Wohnungseinbrüche aufgerufen. "Ich finde es besorgniserregend, dass die Entwicklung des Einbruchdiebstahls in den einzelnen Bundesländern so unterschiedlich ist", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Nötig seien mehr Polizisten und kluge Konzepte. Der Kampf gegen Einbruchskriminalität sei nur überregional zu gewinnen. Entscheidend sei es, Tatmuster auszutauschen, auch mit den Herkunftsländern von Einbrechern. Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg, die in den vergangenen Jahren ihr Personal aufgestockt und in moderne Ermittlungsmethoden investiert haben, konnten sich so gegen den Negativ-Trend behaupten.

Das kostet. Die "BILD"-Zeitung ermittelte die Budgets der Polizeibehörden in den einzelnen Bundesländern. Die Ergebnisse fielen recht unterschiedlich aus. Bayern rechnet jährlich mit 3,2 Milliarden Euro, das entspricht 267 Euro pro Einwohner. In Nordrhein-Westfalen sind es im Vergleich 226 Euro pro Bürger, in Schleswig-Holstein 136 Euro. Könnte die bayerische Methode also zum Vorbild für andere Bundesländer werden?

"Glaubenskrieg" der Bundesländer

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU) forderte einen deutlichen Ausbau der Videoüberwachung. Sie helfe dabei, Straftaten aufzuklären, sagte der saarländische Innenminister der "Welt". "In vielen Fällen lassen sich weitere Straftaten oder sogar Anschläge vereiteln." Er verstehe nicht, warum einige Bundesländer eine Art "Glaubenskrieg" gegen den Ausbau der Videoüberwachung führten.

Im Kampf gegen die steigende Einbruchskriminalität sprach sich Bouillon auch für eine gemeinsame europäische Datenbank für Wohnungseinbrüche aus. Man habe es oft mit reisenden Banden zu tun, die sehr professionell organisiert seien.

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Auch eine Verschärfung des Strafrechts wird angestrebt. Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte der "Süddeutschen Zeitung", dass seine Fraktion den "minder schweren Fall des Wohnungseinbruchs" aus dem Strafgesetzbuch streichen wolle. Dadurch würde sich die Mindeststrafe für einen Einbruch auf sechs Monate verdoppeln.

Die Union wolle zudem "den Wohnungseinbruch in den Katalog der Straftaten aufnehmen, bei denen grundsätzlich Telekommunikationsüberwachung möglich ist, um die Verdächtigen leichter überführen zu können." Entscheidend ist dann aber, dass die Delikte auch wirklich geahndet werden. Denn die Gesetze werden nicht überall so strikt umgesetzt wie in Bayern. Häufig kommen die Täter direkt wieder auf freien Fuß.

 

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