Wohnungsdurchsuchung Junkie-Paar prügelt sich mit Polizisten

Das Pärchen mit den Anwälten Christina Keil und Jörg Seubert. Foto: jot

Eine Durchsuchung läuft aus dem Ruder. Das Pärchen steht wegen Drogenhandels und Widerstand vor Gericht.

 

München Eine Szene wie aus dem Kino: Bei einem Junkie-Pärchen stehen plötzlich zwei Polizisten vor der Tür. Sie wollen die Wohnung der beiden nach Rauschgift durchsuchen.
Da verfällt Messebauer Hans P. (26, Namen geändert) auf einen Trick. Er verlangt von den Beamten, dass sie einen unabhängigen Zeugen für die Durchsuchung beibringen.

Einer der Polizisten verlässt tatsächlich die Brucker Wohnung. Hans P. schließt die Tür und nun überstürzen sich die Ereignisse. Der mutmaßliche Dealer rennt zur Freundin in die Küche, sagt ihr, dass sie den zweiten Beamten festhalten soll, damit er das „Zeug runterspülen“ könne. Das „Zeug“ sind anderthalb Kilo Amphetamine und zwei Marihuana-Pflanzen.

Doch als er den Kühlschrank öffnet, um die Amphetamine rauszunehmen, zieht ihn der Polizist zurück. Die beiden Kämpfer gehen zu Boden, es kommt zu einer heftigen Rangelei. Auch die Zahnarzthelferin Clara R. (26) mischt jetzt mit, versucht den Beamten von ihrem Freund runterzuziehen.

Die Lage kommt erst unter Kontrolle, als der zweite Polizist die Wohnungstür eintritt. Er hält die junge Frau zurück und es gelingt den Beamten, dem Mann Handschellen anzulegen. Ein Polizist trägt Schürfwunden und ein schmerzhaft verdrehtes Knie davon.

Den Widerstand geben beide zu. Doch das mit dem Drogenhandel eher nicht. Die Amphetamine seien vornehmlich zum Eigenkonsum angeschafft worden. Doch die Menge und die vorgefundenen Utensilien lassen Richter Oliver Ottmann an dieser Version zweifeln.

Er macht den Angeklagten nach Verlesung der Anklage klar, dass sie sich jetzt an einem „Wendepunkt“ befinden. Nur ein frühes Geständnis bringe eine mildere Strafe.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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