Wohnen in der Stadt Ein Eigenheim in München: Ist das noch möglich?

Die Frauenkirche in München ist das Wahrzeichen, doch wer diese von seiner Wohnung aus sehen will, muss zentrumsnah leben - und das kostet. Foto: pixabay.com © designerpoint

Das Eigenheim in München: Ist das noch möglich? München, die Stadtbezirke und der Speckgürtel rund um die bayerische Hauptstadt sind ein beliebtes Pflaster. Kein Wunder, lebt es sich nahe einer florierenden Stadt mit einem umfangreichen Branchenmix besonders gut, denn dort gibt es Arbeitsplätze und alle Annehmlichkeiten eines urbanen Lebens. Doch auch in München wünschen sich viele Familien eins: ein Eigenheim. Wie es um diesen Plan in der bayerischen Metropole bestellt ist...

 

München - Wer glaubt, in München hat der Wunsch nach einem Eigenheim ohnehin keinen Platz, der irrt sich, denn die Stadt ist fleißig daran, Baugebiete auszuschreiben. Erst Ende vergangenen Jahres wurde in diesem Zusammenhang wieder ein städtebaulicher Wettbewerb entschieden. Im Bezirk Allach soll nun auf dem ehemaligen Diamalt-Gelände ein 8,2 Hektar großes Wohnquartier mit 680 Wohnungen entstehen. Und auch in Pasing soll rund um die Paul-Gerhardt-Alle ein neues Viertel entstehen, wie das ein Entwurf eines Architekten vorsieht, der bereits im Sommer 2015 der Münchner Bevölkerung vorgestellt wurde. Auch der Bebauungsplan für ein Wohnhaus mit 21 Geschossen für den Stadtbezirk Berg am Laim wurde im vergangenen Jahr verabschiedet.

Und dies ist nur ein kleiner Rückblick in das rege Bauvorhaben in den verschiedenen Stadtbezirken. Im Jahr zuvor stand der Bau von 800 Wohnungen in der Parkstadt Schwabing auf der Agenda. Und ein Blick in die Zahlen der vergangenen Jahre zeigt: „In ihrer Amtszeit haben Stadtrat und Verwaltung die Planung und den Bau von fast 10.000 neuen Wohnungen ermöglicht. Dazu kamen Tausende weitere in bestehenden Baugebieten. In den Jahren bis 2016 sieht der Bauplan sogar 17.920 Wohnungen vor, die in 61 neuen Siedlungsgebieten entstehen sollen. Dabei sind die drei größten Projekte mit rund 13.000 Wohnungen noch gar nicht dabei – Freiham, Bayernkaserne und Paul-Gerhardt-Allee“, berichtete die tz bereits Ende 2012.

Eine Übersicht über die aktuell anstehenden Neubauprojekte in München und wann diese jeweils bezugsfertig sind, finden Sie nach Stadtteilen gegliedert hier.

 

Wo lebt es sich wie in München?


Der Englische Garten, der in den Stadtteilen Schwabing und Maxvorstadt liegt, ist nicht nur bei Touristen
beliebt, sondern auch bei den jungen Bewohnern Münchens.
           Foto: pixabay.com © designerpoint

Faktoren wie Sehenswürdigkeiten, die Geschichte oder die Lebenskultur in einem Stadtteil sind insbesondere dann ausschlaggebend, wenn München als künftiger Wohnort in Betracht gezogen wird. Laut einer Studie zieht es die Jüngeren vornehmlich ins Zentrum. Kneipen und Clubs, aber auch Bildungseinrichtungen locken die 18- bis 28-Jährigen in die Maxvorstadt, die Ludwigsvorstadt und Schwabing-West – obgleich das Wohnen hier durchaus teuer ist und ein WG-Zimmer durchaus häufig für den stolzen Preis von über 500 Euro zu beziehen ist.

Auch die Universität lockt die jungen Leute ins Zentrum.             Foto: pixabay.com © wdreblow0

Doch die Suche nach einem Eigenheim steht bei der jungen Generation noch nicht im Fokus, deswegen werden Stadtteile wie Allach, Feldmoching und Aubing auch erst in späteren Jahren interessant. Die gut angebundene Stadtwohnung sei der Wunsch in jüngeren Jahren. Dass dies nicht nur bei der jüngeren Bevölkerung so ist, davon zeugen die Bauvorhaben wie eingangs aufgeführt, denn während Wohnungen gebaut werden, müssen diejenigen, die nach einem Haus Ausschau halten, buchstäblich suchen, denn auch der Wohnraum ist knapp – zumindest je mehr sich die Grundstückssuche ins Zentrum bewegt.

Wohnung oder Hausbau: Was sind die Vor- und Nachteile?


Grundsätzlich gilt: Wer nach München ziehen möchte, muss große Summen investieren und lange suchen, um ein Haus zu erwerben, denn Wohnungen werden tendenziell häufiger gebaut. Ebenso müssen sich diejenigen, die sich ein Eigenheim mit Garten wünschen, in die weniger zentralen Stadtteile orientieren. Doch was spricht eigentlich für und was gegen Haus oder Wohnung? Die folgende Übersicht kann als Entscheidungshilfe dienen:

  Haus Wohnung
Vorteile
  • Wer sich für den Hausbau entscheidet, wählt das Grundstück auch mit nach der Lage aus.
  • Die Gestaltungswünsche sind nur durch einen Bebauungsplan begrenzt. Auch nachträgliche Änderungen und Umgestaltungen sind realisierbar.
  • Die alleinige Nutzung des Anwesens und insbesondere der Außenanlagen ist ein Faktor, der insbesondere für den Erwerb eines Hauses spricht.
  • Wohnungen sind meist zentral und urban gelegen und verfügen daher über eine attraktive Infrastruktur. Ein entsprechend großes Grundstück für ein Haus ist oft nur in ländlicheren Gegenden zu finden.
  • Die Kosten für eine Wohnung, die oft schlüsselfertig übergeben wird, sind transparent und kalkulierbar.
  • Um Reparaturen und Instandsetzungen kümmert sich in aller Regel die Eigentümergemeinschaft. Verwalter und Hausmeister tragen für die Überwachung und Wartung Sorge.
Nachteile
  • Oft liegen die letztlich anfallenden Kosten über denen, die für den Bau kalkuliert wurden. Auch trägt der Eigentümer selbst alle Unterhaltkosten.
  • Der Aufwand für den Bau und die Instandhaltung sind höher als beim Kauf einer Eigentumswohnung.
  • Die Gestaltungsfreiheit einer Eigentumswohnung beschränkt sich auf das Innere der Wohnung und auch dort sind der kreativen Ader Grenzen gesetzt. Nachträgliche Anbauten sind in aller Regel ausgeschlossen.
  • Das Grundstück, auf dem die Wohnung mit weiteren Wohnungen steht, ist in der Regel für alle Eigentümer ausgelegt – die alleinige Nutzung beispielsweise des Gartens ist hier nicht vorgesehen.
 

5 Kommentare