Wo München die Welle macht Am Eisbach wird's eng: Stadt prüft Surf-Standorte

, aktualisiert am 12.09.2017 - 07:55 Uhr
Das Original: Die Eisbachwelle am Englischen Garten hat Münchens Ruf als strandlose Surfer-Metropole geprägt. Foto: Matthias Balk/dpa

Bei den Surfern am Eisbach geht es mittlerweile ganz schön zu. Die Stadt hat deshalb mehrere Standorte für weitere Flusswellen geprüft. Das Ergebnis allerdings ist ernüchternd.

 

München - Die Surfwelle am Eisbach wird in Reiseführern mittlerweile fast genauso groß als Sehenswürdigkeit angepriesen wie der Viktualienmarkt oder die Frauenkirche. Ein Surfspot mitten in der Großstadt, das gibt es eben weiß Gott nicht überall.

Die SPD im Rathaus würde Münchens Ruf als Surfer-Metropole gerne noch ein bisschen stärken. Die Stadtratsfraktion hat deshalb schon vor etwa einem Jahr neue Flusswellen beantragt – vor allem auch, weil es am Eisbach mittlerweile ganz schön eng geworden ist. Die für den Antrag zuständige Baureferentin Rosemarie Hingerl (parteifrei) scheint allerdings kein allzu großer Surf-Fan zu sein. Zwar gesteht das Baureferat zu, dass der Nutzungsdruck am Eisbach in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen hat. Kein Wunder, schließlich ist die Welle mittlerweile zu einer Pilgerstätte der internationalen Surferszene geworden. Wie aus Unterlagen für den Stadtrat hervorgeht, hat die Behörde nach eingehender Prüfung jedoch große Vorbehalte gegen die meisten Standorte.

Vier konkrete Vorschläge hatte die SPD vergangenen Sommer unterbreitet: die Eisbachmündung an der Kennedybrücke, das Flaucherwehr, die Marienklause und die Würm. So richtig zum Surfen geeignet ist laut Baureferat aber keiner der Standorte.

Die Marienklause und das Flaucherwehr hält die Behörde deshalb für ungeeignet, weil an dieser Isarpassage der Großteil des Wassers zur Stromerzeugung über den parallel laufenden Werkkanal abgeleitet wird. Was in der Isar an Wasser übrig bleibt, sei nicht genug, um aufs Jahr gesehen eine stabile Welle zu erzeugen, so Baureferentin Hingerl.

Mit dem Freistaat waren die Gespräche schon einmal schwierig

Die Eisbachmündung an der Kennedybrücke wäre nach Einschätzung des Baureferats zwar grundsätzlich für eine Surfwelle geeignet. Schon heute tummeln sich dort Badende und Paddler. Allerdings liegt der Flussabschnitt im Zuständigkeitsbereich des Freistaats Bayern.

Mit dem Freistaat war es schon bei der Eisbachwelle am Englischen Garten schwierig, zu einer Übereinkunft zu kommen. Das Baureferat rät deshalb, die Planungen dort ruhen zu lassen – zumal auch andere Behörden wie das städtische Planungsreferat für einen Erhalt der jetzigen Situation plädieren.

Auch die Schwelle an der Wittelsbacherbrücke hat das Baureferat gleich mit untersucht. Bei Hochwasser hat sich dort mitunter schon eine stehende Welle gebildet. Nächstes Jahr soll der Stadtrat entscheiden, ob auch dort dauerhaft eine Surfwelle eingerichtet wird. Wie bei der Würm ist der Prüfprozess aber noch nicht ganz abgeschlossen.

Ganz billig wäre es freilich wohl nicht, Münchens Ruf als strandloses Surfer-Mekka zu festigen. An der Floßlände etwas außerhalb der Innenstadt gibt es nämlich schon eine zweite, etwas weniger prominente Welle. Die hat die Stadt in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand optimiert. Kosten: über eine halbe Million Euro.

Im Stadtrat ist man trotzdem ganz auf Wellenlänge mit den Surfern. Die SPD will noch einmal das Gespräch mit dem Baureferat suchen. Und auch die CSU ist im Surf-Fieber. "München verträgt absolut auch eine dritte Surfwelle", so Fraktions-Vizechefin Evelyne Menges.

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