WM-Teilnehmerin Ingalena Heuck Mit Schneeschuhen zu Olympia?

AZ-Expertin Ingalena Heuck unterwegs im Schnee. Foto: K2 Sports

Die Lauftrainerin und AZ-Autorin startet bei der Weltmeisterschaft in Schweden. Hier erklärt sie, warum dies ein Sport für jedermann ist, welche Zukunft er hat und wie man sich vorbereitet.

 

AZ: Jetzt hat’s ja endlich geschneit in München. Wir haben uns schon Sorgen um Ihre WM-Vorbereitung gemacht, Frau Heuck. Ab Freitag starten Sie ja bei der Schneeschuhlauf-WM in Schweden.

INGALENA HEUCK: Ja, genau. Als normale Langstreckenläuferin habe ich mich immer über schneefreie Wege gefreut, in diesem Jahr hätte ich mir erstmals etwas mehr Schnee gewünscht. Bestenfalls hätte ich mehr Zeit in den Bergen fürs Training verbringen müssen. Als leicht hügeliges, aber auch steiles beschneites Gelände. Die WM wird einen Zwei-Kilometer-Anstieg beinhalten, das wird hart...

Muss man dafür ein guter Schlittschuhläufer oder Skifahrer sein?

(Lacht). Nein, absolut nicht. Schneeschuhlaufen ist fast wie normales Laufen, nur eben mit den Schneeschuhen, die es ermöglichen, besser auf Schnee zu laufen. Und den Berg komme ich hoffentlich auch ohne Rutschen runter.

Bei Laufwettbewerben sind normalerweise Afrikaner weit vorne – machen die auch mit auf Schnee oder ist das eher was für Athleten aus Wintersportländern?

Tja, gute Frage. Bislang sind 12 Nationen gemeldet, ich vermute mal, dass darunter keine Afrikaner sein werden. Schneeschuhlaufen entwickelt sich gerade erst. In anderen Ländern, etwa Italien, Schweden und den USA ist das Thema schon viel größer.

Bei Laufwettbewerben kommt es auf leichte Schuhe an. Was wiegt ein Sprint- oder Marathonschuh – was dagegen ein Schneeschuh?

Schnelle, leichte Laufschuhe wiegen um 150 Gramm, der „Race“-Schneeschuh von Atlas, den ich trage, wiegt gerade mal um 400 Gramm.

Ist das nicht ziemlich klobig?

Ich finde es erstaunlich leicht dafür, dass er mir Halt im Schnee gibt. Es ist ein anderes Gefühl, aber nicht klobig. Klar, die Geschwindigkeit ist langsamer, das liegt am Untergrund und am erhöhten Schuhgewicht. Und die Anforderung an die Kraftausdauer ist erhöht. Überragend ist aber übrigens auch das Gefühl, beim ersten Lauf nach einem Schneeschuhtraining. Fühlt sich wie Fliegen an.

Inzwischen arbeiten Sie ja als Lauftrainerin und Autorin, auch für die Freizeitsportseite der AZ. Welche Tipps können Sie Hobby- und Breitensportlern geben? Wann lohnt sich Schneeschuhlaufen und für wen?

Ausprobieren kann ich nur raten. Es macht wahnsinnig viel Spaß, mit den Schneeschuhen durch den Tiefschnee zu stapfen oder über Wege zu rennen, die man mit normalen Laufschuhen meiden würde. Es gibt im Grunde keine Einschränkung für wen es sinnvoll ist, man muss nur sein individuelles Tempo finden.

Was unterscheidet Schneeschuhlaufen vom Schneeschuhwandern?

Beim Laufen ist immer ein Fuß in der Luft, beim Wandern nicht. Die Intensität ist beim Laufen also höher, es ist als Ersatz für normales Lauftraining sinnvoll. Ich würde anfangs mit 30 bis 45 Minuten anfangen, je nach dem sogar mit kurzen Gehpausen. Unbedingt die Pulsuhr mitnehmen, denn der Puls ist wesentlich höher. Je nach Untergrund verliert man etwa ein bis zwei Minuten pro Kilometer.

Sie hoffentlich nicht am Wochenende bei der WM. Mal gesetzt den Fall, Sie werden Weltmeisterin: Welche Karriere kann man da noch machen im Schneeschuhlaufen? In acht Tagen beginnen die Olympischen Winterspiele – wäre das nicht eine Disziplin wenigstens für die Demonstrations-Wettbewerbe?

Schauen wir mal. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass die Disziplin irgendwann olympisch wird. Mir würde das gefallen.

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