WM im Unterwasser-Eishockey Eishockey unter dem Eis

So sieht Unterwasser-Eishockey aus: Hier Spieler aus Österreich und der Slowakei bei der WM beim Bully - kopfüber! Foto: dpa

Neopren-Anzüge statt Schutz-Panzer, Schwimm-Flossen statt Schlittschuhe: Am Donnerstag beginnt in Kärnten die WM im Unterwasser-Eishockey. Auch zwei Deutsche sind dabei.

 

Weissensee - Schlittschuhlaufen müssen sie nicht können. Aber die Luft anhalten. Und das die ganze Zeit. Am Donnerstag beginnt für die zwei Extremtaucher Uwe Kiehl und Thomas Jurkschat ein Abenteuer, das es in sich hat: Die beiden wollen Weltmeister werden im Unterwasser-Eishockey.

Mit Hockeyschlägern in der Hand und Neoprenanzügen am Körper gehen sie unter einem zugefrorenen See auf Torejagd. Sechs mal neun Meter ist das Spielfeld groß unter dem Weißensee in Kärnten, das vor allem bei Schlittschuhfreunden beliebt ist. Jetzt kämpfen hier ein paar Teams bei einer der irrsten WM der Welt.

Die beiden Tore an jedem Ende sind im Eis festgeschraubt, es herrscht relative Dunkelheit. Wie beim Eishockey muss der Puck mit dem Schläger ins gegnerische Gehäuse manövriert werden. Nur, dass ein Team hier lediglich aus zwei Männern besteht. Weil der Puck aus Styropor ist, klebt er an der Eisdecke – quasi kopfüber jagen ihm die Spieler hinterher.

"Eine irre Sache ist das", gesteht Kiehl, "meine Frau hat mir schon klargemacht, dass ich verrückt bin." Dabei war die Teilnahme für den 57-Jährigen und seinen Teamkollegen Jurkschat (44) vor allem auch eine unverhoffte Gelegenheit: Die Freitaucher wurden gefragt, ob sie mitmachen wollen – und dann zum Team Germany ernannt.

"Wir kannten uns davor gar nicht", sagt Kiehl. Unterwasserkenntnisse für das Spektakel bringen aber beide mit: Kiehl baut normalerweise in einem Zwei-Mann-Familienbetrieb Unterwassergehäuse für Fotoapparate, Jurkschat hat einen Taucherladen in Nordrhein-Westfalen.

Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, sich bei zwei Grad im Wasser nicht zu überanstrengen. Denn die Freitaucher kommen ohne Sauerstoffflaschen aus – sie müssen die Luft anhalten. "Bedenkt man den Kraftaufwand, schaffe ich das 30 Sekunden lang", sagt Kiehl.

Geht nichts mehr, können sie durch zwei Löcher im Eis auftauchen, einatmen und sich wieder in den Kampf um den Puck stürzen. Das Spiel läuft währenddessen weiter. Die Taktik? "Ich denke, wir wechseln uns ab. Einer holt Luft, der andere bleibt unten", meint Kiehl.

30 Minuten dauert eine Partie bei der Unter-Eis-WM, jede der vier Mannschaften spielt einmal gegeneinander. Die Punkteverteilung für Sieg, Unentschieden und Niederlage ist analog zum Fußball – wer bis zum Samstagabend die meisten Zähler gesammelt hat, ist Weltmeister.

Die diesjährige Unter-Eis-WM ist die zweite nach 2007. Damals wurden die Finnen Weltmeister. Die wurden jetzt aber nicht mehr eingeladen.

 

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