WM 2014 in Brasilien Sensation: Italien bei der WM ausgeschieden

Der viermalige Fußball-Weltmeister Italien ist in der WM-Vorrunde in Brasilien gescheitert. Die Azzurri unterlagen im letzten Spiel der Gruppe D in Natal gegen den WM-Vierten Uruguay mit 0:1.

 

Natal  –  Italien hat eine wahre Fußball-Schlacht gegen Uruguay verloren und ist zum zweiten Mal in Folge in der WM-Vorrunde gescheitert. Der dreimalige Weltmeister unterlag nach langer Unterzahl mit 0:1 (0:0) gegen den Geheimfavoriten aus Südamerika, der sich damit Platz zwei in der Gruppe D und das Achtelfinal-Ticket sicherte. England verabschiedete sich derweil nach einem 0:0 gegen Costa Rica erstmals seit 1958 ohne Sieg von der WM-Bühne. Die Mittelamerikaner gehen als überraschender Gruppensieger in die K.o.-Runde.

Während Italien nun mit einem neuen WM-Trauma leben muss, können sich Superstar Luis Suarez und Co. auf ein Achtelfinale gegen Kolumbien vorbereiten. Das Ergebnis hatte allerdings einen faden Beigeschmack: Der Platzverweis gegen Claudio Marchisio (59.) war zu hart, zudem hätte Suarez in der 79. Minute ebenfalls vom Feld gemusst: Er hatte sich mal wieder eine Beißattacke geleistet. Bei über 30 Grad Hitze in Natal versetzte Kapitän Diego Godin zehn Italienern in der 81. Minute den Todesstoß.

Der Abwehrspieler von Atletico Madrid rammte einen Eckball mit der Schulter ins Tor. Marchisio hatte zuvor nach einem angeblich groben Foulspiel von Schiedsrichter Marco Rodriguez aus Mexiko die Rote Karte gesehen. Vorangegangen war ein von Taktik, Vorsicht und unzähligen Nickeligkeiten geprägtes Spiel, das so gar nicht in diese vom Offensivspiel geprägte WM passte. Kaum ein Zweikampf lief ohne Foulspiel ab, vor allem in der ersten Halbzeit gab es Unterbrechungen en masse. Beide Seiten erstickten alle Versuche des Gegners schon im Keim.

Uruguays offensichtliche Strategie ging dabei auf: Die Celeste, die unbedingt gewinnen musste, spielte auf Zeit und setzte darauf, dass den Italienern um die 2006er-Weltmeister Andrea Pirlo (35) und Andrea Barzagli (33) irgendwann die Luft ausgehen würde. Vor der Pause hatten sich in dem zähen Abnutzungskampf, den die 39.706 Zuschauer in der Halbzeit mit Pfiffen bedachten, kaum Torchancen ergeben. Die größte Möglichkeit hatten die Südamerikaner, doch Suarez und Nicolas Lodeiro scheiterten bei ihrer Doppelchance an Torwart Gianluigi Buffon (36.).

Nach der Pause setzte sich der Kampf fort – und wurde nach dem Platzverweis noch härter, vor allem für die Italiener. Uruguay kam nun auch zu Chancen. Hatte Cristian Rodriguez kurz vor der Roten Karten den Ball noch freistehend am langen Pfosten vorbeigezirkelt, rückte danach Buffon immer mehr in den Mittelpunkt. In der 66. Minute rettete "San Gigi" bei einem Flachschuss von Suarez mit einer Weltklasse-Parade.

Uruguay wurde immer nervöser. Suarez biss sogar mal wieder zu. Opfer diesmal war Giorgio Chiellini, dem er bei einem Zweikampf die Zähne in die Schulter rammte. Der Schiedsrichter sah es nicht – Sekunden später traf Godin zum 1:0. Vor den Augen von Prinz Harry machte England in Belo Horizonte seine größte WM-Pleite seit 56 Jahren perfekt. Damals hatten die Briten in Schweden aber immerhin drei Unentschieden geholt.

Die Überraschungsmannschaft aus Costa Rica hatte nach ihren Siegen Italien und Uruguay (jeweils 2:1) schon vor dem Spiel als Teilnehmer am Achtelfinale festgestanden. Für die Ticos ist es die zweite Teilnahme an der K.o.-Runde nach 1990. Damals unterlag die Auswahl aus dem mittelamerikanischen Land der Tschechoslowakei mit 1:4. Costa Rica ließ es gegen die nahezu komplette Ersatzbank der Three Lions sehr ruhig angehen.

Die Mannschaft von Trainer Jorge Luis Pinto spielte mit angezogener Handbremse. In der zweiten Halbzeit sank das Niveau der Begegnung derart, dass die Zuschauer zu pfeifen begannen. Die englische Mannschaft war um einen anständigen Abgang bemüht, zu mehr aber war sie allerdings nicht in der Lage.

 

5 Kommentare