WM 2010 Rawschan Irmatow: Ein Nobody pfeift Deutschland - Argentinien

Rawschan Irmatow - hier im Spiel Argentinien gegen Griechenland Foto: dpa

JOHANNESBURG - Rawschan Irmatow hat als Nobody unter den WM-Schiedsrichtern seine Aufgaben bisher bravourös gemeistert. Jetzt ist der Usbeke als Streitschlichter im Viertelfinal-Schlager Deutschland – Argentiniengefordert. Szenen wie 2006 will der 32-Jährige verhindern.

 

Der Usbeke Rawschan Irmatow soll dafür sorgen, dass sich die deutschen und argentinischen Fußball-Stars bei der Weltmeisterschaft nicht wieder an die Gurgel gehen. Der 32 Jahrealte Referee pfeift den Viertelfinal-Knüller am Samstag (16.00 Uhr)in Kapstadt. Wolfgang Stark steht als einziger deutscher WM-Refereenoch in der Warteschleife: Der 40-Jährige aus Ergolding bekam vomWeltverband FIFA am Donnerstag kein Viertelfinal-Spiel zugeteilt.

Irmatow ist einer der wenigen Gewinner unter den Unparteiischen des Turniers, bei dem seine Kollegen teils haarsträubende Fehler gemacht haben: Seine Ansetzung für das Eröffnungsspiel zwischenSüdafrika und Mexiko (1:1) war in der Fußball-Welt belächelt worden,doch „Asiens Schiedsrichter des Jahres“ verschaffte sich Respekt.Auch die Begegnungen Griechenland – Argentinien (0:2) und England -Algerien (0:0) leitete er souverän. Seine Vorbilder sind übrigens derfrühere deutsche WM-Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) undItaliens Kultreferee Pierluigi Collina.

Das nächste Spiel könnte für Irmatow die größte Herausforderungseiner Karriere sein: Denn Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hatbereits an die „Handgreiflichkeiten“ nach dem von Deutschlandgewonnenen Elfmeterschießen im Viertelfinale von 2006 erinnert („Dassteckt noch im Kopf drin“) und zur verbalen Grätsche gegen dieArgentinier angesetzt: „Es geht schon vor dem Spiel los, wie siegestikulieren und versuchen, den Schiedsrichter zu beeinflussen. Dasist respektlos, aber die Argentinier sind so.“

Kaum leichtere Aufgaben haben die drei Kollegen Irmatows vor sich:Der Japaner Yuichi Nishimura pfeift die Begegnung Niederlande -Brasilien, der Portugiese Olegário Benquerença Uruguay – Ghana undCarlos Batres aus Guatemala die Partie Paraguay – Spanien. Dies gabder Weltverband FIFA am Donnerstag in Johannesburg bekannt.

Bei einem Ausscheiden Deutschlands darf sich Stark Hoffnungen aufeinen Einsatz im Halbfinale machen. Der Bankkaufmann der SparkasseLandshut gehört zu jenen 19 Referees, die die FIFA bis zum 1. Julinoch bei der WM behält. Zehn wurden bereits nach Hause geschickt,darunter die heftig kritisierten Jorge Larrionda (Uruguay) undRoberto Rosetti (Italien). Larrionda hatte das „Bloemfontein-Tor“ vonFrank Lampard beim 4:1-Sieg Deutschlands gegen England nicht gegeben.Rosetti erkannte ein klares Abseitstor von Carlos Teves fürArgentinien bei deren 3:1-Achtelfinalsieg über Mexiko an.

Stark und seine Assistenten Jan-Hendrik Salver aus Stuttgart undMike Pickel aus Mendig haben bisher die Partien Argentinien -Nigeria, Slowenien – England und Uruguay – Südkorea sicher gepfiffen.„Wir sind sehr zufrieden mit unseren Spielen. Alles, was jetzt nochkommen sollte, wäre eine Zugabe“, hatte Stark betont. (dpa)

 

0 Kommentare