WM 2010 Müder Kick von Portugal und Elfenbeinküste: 0:0

Cristiano Ronaldo (M.) wird von Demel (r) und Eboue (l) in die Mangel genommen. Foto: dpa

Port Elizabeth (dpa) - Kein Glanz, keine Tore: Das mit Spannung erwartete Duell der Superstars Cristiano Ronaldo und Didier Drogba endete mit einer müden Nullnummer.

 

Beim 0:0 zwischen Portugal und der Elfenbeinküste zum WM-Auftakt in der Gruppe G konnten die Ausnahmekönner des Weltfußballs noch keine Duftmarke setzen, auch wenn sie in Port Elizabeth im Mittelpunkt standen. Ronaldo sorgte mit einem Pfostenschuss für den einzigen Aufreger der Partie, Drogba betrat nur elf Tage nach seinem Ellbogenbruch unter dem frenetischen Jubel der 37 034 Zuschauer in der 66. Minute die WM- Bühne und vergab kurz vor Schluss den Sieg für die Ivorer.

«Der Ellbogen war okay, sonst wäre ich nicht aufgelaufen. Es war nicht einfach, zuzuschauen und auch das Comeback war nicht leicht. Aber ich bin froh, wie es gelaufen ist. Wir haben gut gestanden und ordentlich gespielt. Uns hat doch vorher keiner eine Chance gegeben. Wir sind die Nummer 27 in der Welt, Portugal die Nummer drei», sagte «Kurzarbeiter» Drogba nach seinem 24-minütigen Auftritt.

«Es war wichtig, dass er dabei war. Das sah gut aus, und wird noch besser werden. Er war hungrig zu spielen und wird gegen Brasilien in der Startelf stehen», erklärte Trainer Sven-Göran Eriksson und bilanzierte: «Das 0:0 ist nicht schlecht. Ich bin zufrieden.»

Wenige Stunden vor dem Anpfiff hatte Drogba grünes Licht für einen Einsatz bekommen. «Der Schiedsrichter hat die Schutzschiene genehmigt, mit der Drogba spielen will», teilte FIFA-Sprecher Nicolas Maingot mit. Doch zu Beginn der Partie saß der Stürmer vom englischen Meister FC Chelsea auf der Bank. Von dort aus dirigierte der 32- Jährige lautstark seine Mitspieler, die nur schwerfällig in die Partie fanden.

Die Bühne gehörte zunächst Drogbas Widerpart Ronaldo. Der teuerste Fußballer der Welt setzte in der 11. Minute mit einem Pfostenkracher aus 25 Metern das erste Ausrufezeichen. Zehn Minuten später kassierte der 94 Millionen Euro teure Offensivmann von Real Madrid nach einem lautstarken Disput mit HSV-Profi Guy Demel eine Gelbe Karte. Es war die letzte auffällige Szene des Dribbelkünstlers, der danach abtauchte und nur noch unscheinbarer Mitläufer in einer ideenlosen portugiesischen Mannschaft war.

Der WM-Vierte von 2006 konnte sich keine weiteren Großchancen erarbeiten, was auch an Mittelfeldregisseur Deco lag. Der 32-Jährige vom FC Chelsea war nur ein Schatten seiner selbst, konnte dem Offensivspiel der «Selecção» keine Impulse geben und wurde nach gut einer Stunde ausgewechselt. Da auch die Ivorer kaum Durchschlagskraft entwickelten, spielte sich das Geschehen zumeist zwischen den Strafräumen ab. Die Angst vor einem Rückstand spielte bei beiden Teams mit und lähmte die Offensivbemühungen.

Trotz der sportlichen Magerkost herrschte gute Stimmung auf den Rängen, wo die Fans mit ihren Vuvuzelas und einem Dauer-Trommeln für eine lautstarke Kulisse sorgten. Für die Profis wirkte dies in der Pause wie ein Weckruf. Vor allem die Ivorer gingen nun etwas zielstrebiger zu Werke. Kurz nach Wiederbeginn prüfte Gervinho erstmals Portugals Torhüter Eduardo, der in den ersten 45 Minuten keinen Ball zu halten hatte. In der 54. Minute musste der Schlussmann von Sporting Braga bei einem Flachschuss von Chelsea-Profi Salomon Kalou erneut energisch zufassen.

Die Portugiesen kamen erst nach knapp einer Stunde wieder in die Nähe des gegnerischen Tores. Nach Flanke von Deco prüfte Liedson mit einem Kopfball den ivorischen Keeper Boubacar Barry. Das erhoffte Offensiv-Feuerwerk brannten beide Teams aber auch in der zweiten Halbzeit nicht ab. Mit zunehmender Spielzeit verflachte die Begegnung, woran auch Drogba nichts zu ändern vermochte.

Der Fußball-Held des ganzen Kontinents, der mit Plakaten wie «Drogba - Mach' Afrika stolz» empfangen wurde, blieb bei seinem Kurzauftritt blass. «Wir haben auch ohne Didier Charakter gezeigt, aber er ist natürlich sehr wichtig für uns als Kapitän und Führungsspieler. Dass er ein paar Minuten gespielt hat, ist gut für unsere Mannschaft», sagte Demel.

 

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