WM 2010 „Er ist mein Stürmer Nr. 1“

Gerd auf Thomas: Müllers spielen Doppelpass Foto: gtty/dpa/firo

Der „Bomber der Nation“ besuchte gestern das DFB-Quartier in Südafrika. Und lobte seinen Namensvetter über den grünen Klee: „Er kann von überall schießen, auch aus 20 Metern, ob mit links oder rechts, oder auch mal per Kopf.“ Das Treffen der Müllers.

 

CENTURION Drei Ziffern waren noch frei. Die 3, die 4 und die 13. „Für mich war das ja eine Steilvorlage.“ Sagt Müller, Thomas Müller. Vor Beginn der WM ging es darum, die Rückennummern zu vergeben. Manch einer hat ja ein Abo, Lahm auf die „16“, Schweinsteiger die „7“, Podolski die „10“. Müller, der Neuling, wählte die „13“. Einmal Müller, immer Müller.

Am Dienstag schaute der Gerd, der berühmteste Müller Deutschlands, im DFB-Quartier vorbei. Es müllerte in Südafrika. Die beiden spielten Doppelpässe wie früher nur Gerd mit Franz Beckenbauer. „Er ist mein Stürmer Nr. 1“, sagte der Bomber der Nation und lobte ihn: „Er kann von überall schießen, auch aus 20 Metern, ob mit links oder rechts, oder auch mal per Kopf. Und: Er ist ein ganz braver Junge.“ Und cool. Das 4:0 gegen Australien war sein drittes Länderspiel, sein Treffer zum 3:0 eine Kopie des Finaltreffers von Müller 1974 gegen Holland. Der 20-Jährige nimmt das so hin, gelassen. Das erste Profijahr bei Bayern, die ersten Titel mit dem Double, das erste Champions-League-Finale, die erste WM. Er sagt: „Es ist mein erstes Jahr. Ich stehe am Anfang.“

365 Treffer hat Gerd Müller in der Bundesliga erzielt, 68 in der Nationalelf. „Ich werde das nie erreichen“, sagte Thomas bescheiden, „aber ich will ihm natürlich so nahe wie möglich kommen.“ Sind sie sich schon, rein privat. Gerd war Thomas’ Trainer als Assistent von Hermann Gerland in der zweiten Mannschaft. Der junge Müller: „Wir verstehen uns prima miteinander, auch wenn wir vom Typ her recht unterschiedlich sind.“

Nur der Spruch von Tschik Cjaikovski, „kleines, dickes Müller“, trifft nicht auf Müller, den II. zu. Seine 74 Kilo verteilen sich auf 1,86 Meter. Zu dünne Beine? „Nein“, sagt der, „wo keine Muskeln sind, kann auch nichts wehtun.“ Ein typischer Müller, er schießt einfach aus der Drehung. ps

 

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