WM 2010 Die Horst-Truppe

Junge alte Bekannte: Die U21 feiert den EM-Sieg 2009 in Malmö. Den Cup hält Khedira, bei ihm stehen Özil (Nr. 10), Neuer (dazwischen) und Boateng (2. v. r.). Foto: dpa

Sieben Spieler im DFB-Kader haben letztes Jahr noch in der U21 gespielt – mit grandiosem Erfolg. Ihr damaliger Trainer Hrubesch sagt: „Die Jungs wissen, wie sich Siegen anfühlt.“ Löw kann’s nur recht sein.

 

EPPAN Dass Philipp Lahm in Südafrika der jüngste Kapitän der DFB-Geschichte bei einer WM sein wird? Ach, ein alter Hut. Dass Manuel Neuer, der Jüngste aus dem Torwart-Trio und frisch zur Nummer 1 erkoren, mit nur fünf Länderspielen zur Endrunde reisen wird? Auch schon bekannt.

Nun noch ein Fakt: Als der brasilianisch-stämmige Cacau beim vorletzten WM-Test in Ungarn das 3:0 erzielte, war er der älteste Spieler auf dem Platz. Mit 29 Jahren (und 6 Länderspielen). Andere Zeiten, andere Typen. Nach dem Ausfall von Kapitän Michael Ballack (33) und dem Verzicht auf Torsten Frings (33) ist Jörg Butt der Oldie der Truppe mit 36 Jahren, nur Arne Friedrich und Miroslav Klose, beide 31, sind die einzigen weiteren Ü30-Spieler im (noch) 24 Mann starken Kader von Bundestrainer Joachim Löw.

Jung, jünger, Jogis Jungs.

Was den Altersschnitt betrifft, wird Löw den jüngsten Kader seit der WM 1934 nach Südafrika schicken. Aktuell beträgt der Schnitt 24,79 Jahre und wird sich auch nach der Streichung des letzten Spielers kaum ändern (spätestens bis 24 Uhr am Dienstag muss der endgültige Kader bei der Fifa gemeldet sein). Zum Vergleich: Bei den WM-Titeln 1954 (Durchschnittsalter 28,10 Jahre), 1974 (27,28) und 1990 (27,75) war das Team älter und erfahrener. Löw kontert: „Wir fahren ja nicht zu diesem Turnier, um Erfahrung zu sammeln. Es sind Jungs, denen ich vertraue, die auf die WM brennen. Das Potenzial und die Qualität haben sie.“

Noch ein Vergleich: Beim Sommermärchen 2006 war die Klinsmann-Truppe im Schnitt 26,90 Jahre alt, galt aber als junge Truppe. „Damals und bei der EM vor zwei Jahren war ich der Jüngste, jetzt sind plötzlich zwölf Spieler jünger als ich“, sagte Marcell Jansen (24) und fügte hinzu: „Schon Wahnsinn, dieser schnelle Umbruch.“

Ein Verdienst von Horst Hrubesch. Der heutige U19- und U20-Nationaltrainer betreute letzten Sommer bei der U21-EM in Schweden die deutschen Junioren, die mit einem überragenden 4:0 im Finale gegen England den Titel gewannen. Im aktuellen Löw-Aufgebot stehen nicht weniger als sieben seiner Spieler: Die vermeintlichen Stammspieler Jerome Boateng, Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil. Dazu Dennis Aogo, Marko Marin, Andreas Beck (der allerdings als Streichkandidat gilt). Die Horst-Truppe fährt nun nach Südafrika.

„Die meisten von ihnen kenne ich ja seit sechs, sieben Jahren. Die haben ja schon vor der U-21-EM letztes Jahr mit mir in der U 17, U 18 und U 19 zusammengearbeitet", sagte Hrubesch der AZ. Er schwärmt: „Das sind alles Spieler, die bereit sind, sich zu quälen und immer für die anderen einzustehen. Und es sind Siegertypen, die haben schon Titel gewonnen. Ich denke, dass das einen jungen Spieler erst richtig stark macht. Dass die Jungs mit mir schon Titel gewonnen haben, wird ihnen auch in Südafrika helfen. Die wissen, wie sich Siegen anfühlt und wollen auf dieses Gefühl nicht verzichten. Die spielen alle mit Überzeugung Fußball.“

Die Nächsten stehen schon bereit: Torhüter Tobias Sippel, Verteidiger Mats Hummels. Auch sie standen 2009 in Hrubeschs EM-Kader. Der Coach sagt: „Das ist fast eine goldene Generation. Manchmal kommen solche Riesentalente nur alle 10, 20 Jahre. Ich denke, unsere Elf wird in Südafrika weit kommen. Da macht mir auch der Ausfall von Ballack wenig Sorgen.“ ps, fil

 

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