WM 2010 Bricht der Bann? - Maradona hat's Messi vorgemacht

Diego Maradona bei seiner Ankunft zur Pressekonferenz im Loftus Versfeld Stadium in Pretoria. Foto: dpa

Pretoria (dpa) - Diego Maradona hat es 1994 gegen die Griechen vorgemacht, nun soll Lionel Messi endlich seinen ersten WM-Torjubel in die Fußball-Welt hinausschreien.

 

«Ich erinnere mich, als ich das Tor erzielt habe, war das so eine Erleichterung. Vielleicht kann Messi dieselbe Erfahrung machen», sagte Argentiniens Nationalcoach Diego Maradona bei einer Pressekonferenz in Pretoria. Der mittlerweile 49-Jährige hatte bei der WM 1994 in den USA gegen Griechenland seinen achten und letzten WM-Treffer erzielt. «Ein Torjubel für die Ewigkeit», titelt die FIFA-Homepage heute noch.

Möglicherweise wird Maradona in Polokwane seinen Nachfolger mit der magischen Nummer 10 sogar als Kapitän der «Albiceleste» aufs Feld schicken. Doch weder die Nummer von «El Diez», noch der ausgebliebene Torerfolg beunruhigen Messi. «Ich will ein Tor schießen, aber ich werde deswegen nicht verrückt», sagt er vor dem Duell der «Gauchos» mit dem Europameister von 2004.

Seine Kritiker in der Heimat brachte der Ballflüsterer in Südafrika schon zum Schweigen. Sowohl gegen Nigeria (1:0) als auch gegen Südkorea (4:1) zauberte Messi im Mittelfeld. Der dritte Treffer von Gonzalo Higuain gegen die Asiaten ging allein auf das Konto des nur 1,69 Meter großen Fußball-Giganten. Nur der Pfosten verhinderte Messis ersten Treffer bei seiner Nagelprobe in Südafrika.

«Lío ist ein Typ, der weiß, was er will», sagt einer, der Messi seit langem kennt. Adrían Coria trainierte den «Floh» aus Rosario bei den Newell's Old Boys, ehe Messi zum FC Barcelona wechselte und dort seine Weltkarriere startete. Die Katalanen schoss er in der vorigen Saison mit 34 Toren fast im Alleingang zum Titel, Messi wurde zum Fußballer des Jahres Europa und zum Weltfußballer gekürt. Mehr geht kaum - außer dem WM-Titel.

Nationalcoach Maradona weiß, wie wichtig Messi für sein Team, ja für das fußballerische Wohlergehen der ganzen Nation ist. Ihn mal dem Volk vorzuenthalten, «wäre eine Sünde», sagte er. Maradona weiß, Messi macht den Unterschied. Dass die beiden Charaktere kaum unterschiedlicher sein könnten, zeigen auch die WM-Tage in Südafrika. Maradona lacht laut beim Training, scherzt schon mal mit den Journalisten, nicht nur seine Brillanten in beiden Ohren verleihen den «Gauchos» einen eigenen Glanz. Für die Fotografen trug er am Montag bei einer Pressekonferenz auch gern die neue Designer- Sonnenbrille, die ihm seine Töchter zum Vatertag geschenkt hatten.

Der Juwel Messi funkelt einzig auf dem Spielfeld. Im Scheinwerferlicht auf einem Podium kneift er die Augen zusammen, hält die Hand schützend vors Gesicht. Und doch: Der da sitzt ist derselbe, der auf dem Platz baumlange Abwehrspieler und muskelbepackte Verteidiger vernascht, dass eigentlich diese ihr Gesicht verbergen müssten. Sein Auswahl-Coach erzielte insgesamt acht WM-Tore. Messi kommt bislang auf eines, das war am 16. Juni 2006 beim 6:0 über Serbien. Es wird Zeit für Torjubel Nummer zwei.

 

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