WM 2010 Bitteres WM-Ende für Klose: Ronaldo-Jagd geplatzt

Miroslav Klose musste verletzungsbedingt im Spiel um Platz 3 passen. Foto: dpa

Port Elizabeth (dpa) - Ein eingequetschter Ischiasnerv hat die WM-Rekordjagd von Torjäger Miroslav Klose gestoppt. Der Münchner Stürmer konnte im «kleinen WM-Finale» in Südafrika wegen der Rücken-Blessur nicht mitwirken - ein ganz bitterer Abschied für den 32-Jährigen von der WM-Bühne.

 

«Mehr als 19 WM-Spiele werde ich wohl nicht machen», hatte Klose schon zuvor erklärt, sich dabei aber nur verrechnet. Denn mit einem Einsatz gegen Uruguay wäre der Bayern-Angreifer auf insgesamt 20 WM-Partien gekommen und hätte in der ewigen DFB-Wertung allein Platz drei hinter Lothar Matthäus (25) und Uwe Seeler (21) erobert.

Nicht nur der Titel-Traum ist bei seinem dritten WM-Turnier geplatzt. Der unglückliche Sturz auf den Rücken beim 0:1 im Halbfinale gegen Spanien beendete auch alle Rekord-Träume. Vier WM-Tore reichen ihm nicht, um nach jeweils fünf bei den Championaten 2002 und 2006 den Brasilianer Ronaldo (15 Treffer) als Rekordschützen einzuholen. Und die Weltmeisterschaft in vier Jahren in Brasilien wird für den dann 36-jährigen Klose zu spät kommen. «Wehmut spürt man schon. Ich glaube nicht, dass ich noch mehr WM-Spiele mache», hatte der Torschützenkönig von 2006 gesagt.

«Ich möchte bei der WM mindestens fünf Tore schießen», hatte Klose als persönliches Ziel verkündet. Es wurden vier, mit denen er zumindest mit dem «Bomber der Nation», Gerd Müller (14), gleichzog. Auch seinen Titel als WM-Torschützenkönig konnte er nicht verteidigen. Mit jeweils fünf Treffern führen sein Auswahl-Kollege Thomas Müller sowie die Final-Gegner Wesley Sneijder (Niederlande) und David Villa (Spanien) die Rangliste an.

Bundestrainer Joachim Löw hat auch nach einer für Klose persönlich enttäuschenden Saison beim FC Bayern nie am Torjäger gezweifelt und ihm immer Vertrauen geschenkt. «Er beginnt nicht, in schlechten Phasen an sich zu zweifeln», betonte der Chefcoach, der Klose auch als Persönlichkeit schätzt: «Ihn zeichnet über Jahre ein hohes Maß an Selbstkritik und Bescheidenheit aus.» Auch nach über 100 Länderspielen habe er noch «einen großen Ehrgeiz, erfolgreich zu sein». Schluss ist deshalb für den gebürtigen Polen im DFB-Team noch nicht: Die EM 2012 in seinem Geburtsland Polen sowie in der Ukraine ist sein neues Ziel.

 

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