Wird es Schottenhamel? Dehoga sucht neuen München-Chef

, aktualisiert am 11.06.2018 - 09:26 Uhr
Christian Schottenhamel wird als Nachfolger gehandelt. Foto: bar

Der Hotel- und Gaststättenverband braucht einen neuen Chef – es könnte ein Wiesnwirt werden.

 

München - Ein Raunen ging durch die Menge. Viele schauten betreten drein. Dass Conrad Mayer, der München-Chef des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga Bayern), sein Amt niederlegen will, glich einem kleinen Beben.

Für dieses sorgte Mayer jetzt bei der Jahreshauptversammlung im neuen "Paulaner am Nockherberg". Dort verkündete er, dass er nach 15 Jahren im (Ehren-)Amt den Kreisvorsitz für München und das Umland im Frühjahr 2019 abgeben wird. "Aus persönlichen Gründen", wie er sagt: "Mit den drei Jahren als Vize-Vorsitzender bin ich 18 Jahre im Vorstand. Da muss mal Schluss sein."

Mayer für etliche Branchenerfolge mitverantwortlich

Fakt ist: Der Münchner Hotelier (Conrad-Hotel de Ville) ist für seine Branche unermüdlich im Einsatz. Diplomatisch und hartnäckig zugleich – und mit Hilfe seines Netzwerks, auch zur Politik. Sei es die Abschaffung der Trinkgeldsteuer, die Sperrzeitverkürzung oder die Verhinderung der Bettensteuer: Mayers Engagement hat bei etlichen Branchenerfolgen erheblich beigetragen.

So will man ihn auch ungern ziehen lassen. "Conny macht viel für die Branche", so Hofer-Wirt Christan Winklhofer. "Ein toller Mensch, der sich viel zu oft in den Hintergrund stellt", sagt Vorstandskollegin und Gastro-Unternehmerin Gunilla Hirschberger (Hans im Glück) der AZ.

Holt sich jetzt Wiesn-Wirt Schottenhamel den Vorsitz?

Auch bei diesem Branchentreff hörte man wieder mal das schon geflügelte Wort vom "Hotel Conny", das Muster des Hotel-Mama-Phänomens habe: Zurücklehnen, sich's bequem machen, Probleme werden einem abgenommen und gelöst.

Keine Frage: Die Fußstapfen, in die Mayers Nachfolger oder Nachfolgerin treten, sind groß. Wer will und hat es auch im Kreuz, dieses Amt zu übernehmen? Naheliegend wäre ein erfahrener Vorstandskollege, doch die winken alle ab – mit einer Ausnahme: Nockherberg- und Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel, bislang einer von Mayers Stellvertretern. Sein Name wird auch im Kollegenkreis genannt. Dem rührigen Vize-Wiesn-Wirtesprecher trauen viele den Vorsitz zu. Dass er Ambitionen hat, ist kein Geheimnis. Dennoch sagt Schottenhamel (bislang) nur: "Die Entscheidung treffen die Mitglieder bei der Wahl." Eine Absage klingt anders.

Ein weiterer Name, der in der Branche fällt, ist der von "Augustiner Klosterwirt" Gregor Lemke. Wie er zu einer Kandidatur steht, ist noch offen. Von vielen anderen, bei denen die AZ nachgefragt hat, gab es als Antwort ein klares Nein. Bleibt abzuwarten, wer doch noch seinen Hut in den Ring wirft. Schließlich ist der München-Vorsitz nicht nur ein aufwendiges Amt, sondern auch eines mit viel Renommee.

 

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