Wirbel um Foto aus Milbertshofen Rechte betreiben Hetze mit "Wildbiesler"-Bild

Dieses Bild mit Männern vor der katholischen Kirche St. Gertrud hat für Aufregung gesorgt. Foto: ho

Wie Rechte mit einer erfundenen Geschichte aus Milbertshofen im Internet gegen Flüchtlinge hetzen

In einem kuriosen Fall muss die Milbertshofener Kirchengemeinde St. Gertrud derzeit Stellung beziehen. Es geht um ein Foto, aufgenommen vor dem Gotteshaus, dunkelhäutige Männer – und die fiese Hetze der Rechten.

Der Reihe nach.

In der vergangenen Woche tauchte ein Bild bei Facebook auf, das eine Gruppe von Männern zeigt, wie sie an der Außenwand einer Kirche lehnt. Das Bild ist unscharf. Doch der Text darüber lässt keinen Zweifel an der Botschaft des Verbreiters: „Kirche in München, sechs Neubürger urinieren an das christliche Gotteshaus. TEILEN das (sic!) auch der letzte Gutmensch diese Sauerei mitbekommt,“ steht dort. Mehr als 13 000 Nutzer kommen der Bitte nach.

Wer genauer hinsieht, stellt Ungereimtheiten fest. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei dem Beitrag um eine Falschmeldung handelt. Die Pfarrei St. Gertrud reagiert in einer Mitteilung bestürzt: Die Aufgenommenen seien Mitglieder der eritreisch-orthodoxen Gemeinde. Diese nutze die Räume der Kirche seit mehreren Jahren jeden Sonntag für ihren Gottesdienst. „Die Männer auf diesem Bild beten gerade. Es ist nicht das, was so mancher ,besorgte Bürger’ hier vermutet!“.

In Eritrea und Äthiopien sei es üblich, dass orthodoxe Christen draußen vor der Kirche beteten und sich an die Wand des Gotteshauses lehnten. Mittlerweile würden bis zu 200 Menschen regelmäßig in die Pfarrei St. Gertrud kommen. Immer wieder versuchen rechte Gruppen, mit erfundenen Geschichten Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

Facebook hat angekündigt, derartige Hasspostings schneller zu prüfen und dann zu löschen. Auch die Polizei will gegen ihre Verfasser vorgehen.

 

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