Winterwanderung Eckbauer und Partnachklamm „Klammes“ Wintervergnügen

Die Wintersonne als steter Begleiter auf dem Weg zum Berggasthaus Eckbauer. Foto: Daniela Hansjakob

Rund eine Autostunde südlich von München wartet das perfekte Ausflugsziel auf gemütliche Winterwanderer: Erst locken ein Aufstieg durch die weiße Winterpracht des Wamberger Höhenrückens und die anschließende Einkehr beim Eckbauer, danach geht es zurück durch die Partnachklamm mit ihren bizarren Eisformationen.

Los geht’s am Garmisch-Partenkirchener Olympia-Skistadion, und zwar mit einer schwierigen Entscheidung: Nehmen wir die einfache Aufstiegsvariante – 15 Minuten per Seilbahn hinauf zum Eckbauer – oder die sportliche – rund zwei Stunden und 500 Höhenmeter durch beschaulich schönes Winterweiß? Keine Frage, wir nehmen’s sportlich!

Kirchdorf und Gipfelpanorama

Wir spazieren Richtung Klinikum und biegen dort in den Waldweg nach Wamberg ab. Stellenweise stapfen wir unter hohen Tannen, teils über tiefverschneite Lichtungen, immer auf gut gespurten Wegen. Rund eine Stunde und 250 Höhenmeter später sind wir im kleinen Weiler Wamberg angekommen, Deutschlands höchstgelegenstem Kirchdorf auf 966 Metern.

Wer jetzt schon eine Pause braucht, dem sei der urige Berggasthof Wamberg ans Herz gelegt. Und auch eine Stippvisite der St.-Anna-Kirche aus dem Jahr 1721 lohnt sich. Weiter geht es Richtung Berggasthaus Eckbauer, größtenteils durch sonniges Winterweiß. Jetzt gewinnen wir zügig an Höhe. Kurz vor dem Eckbauer müssen wir nochmal verschnaufen und das sagenhafte Panorama auf Alpspitze (2628 m) und Zugspitze (2962 m) genießen: Wow, der Aufstieg hat sich gelohnt!

Schauspiel aus Eis

Nach einer gemütlichen Einkehr brechen wir auf zum Abstieg und zum eigentlichen Highlight der Tour: der Partnachklamm, seit 1912 touristisch erschlossenes Naturdenkmal. Von der Gasthausterrasse führt uns der Weg südwestwärts über Treppen und auf soliden Wanderpfaden in Richtung Vordergraseck und weiter zum oberen Klammeingang. Bis zu 80 Meter hoch ragen die steilen Felswände gen Himmel, nur selten findet ein warmer Sonnenstrahl den Weg hier hinein. Kein Wunder also, dass sich in der Klamm jeden Winter eine bizarre Eislandschaft bildet. Über 700 Meter verläuft unser Weg größtenteils in Tunneln und durch Galerien – immer wieder mit Blick auf das im doppelten Wortsinn „frostklamme“ Naturschauspiel: von oben herab ragen meterlange Eiszapfen, teils zu riesigen Eiswänden verwachsen, und unten bahnt sich die türkisfarbene tosende Partnach ihren Weg zwischen Eis- und Felsbrocken. Schade nur, dass wir nicht die einzigen Besucher der Klamm sind. Doch wen wundert’s, dass so eine Naturattraktion täglich mehrere hundert Besucher in ihren Bann zieht? Am Ausgang ist noch der Obolus für den Schluchtbesuch zu entrichten, ehe wir entspannt den Rest des Weges auf dem Fahrweg entlang der Partnach zurück zum Skistadion wandern.

 

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