Wintersport Zehn Tipps für den Frühling

Skigebiet Mölltaler Gletscher Foto: Mölltaler Gletscher

Die Ski-Saison ist noch lange nicht vorbei. Dank des üppigen Schneefalls im Januar liegt vor allem in den höheren Gebieten noch viel Schnee. Hier lesen Sie, worauf man nun besonders achten muss

 

Kein Mensch denkt mehr ans Skifahren! Bis auf die Skifahrer natürlich. Die freuen sich, dass es dank der üppigen Januar-Schneefälle heuer eine Saison-Ausdehnung bis teilweise Ende April gibt. Zumindest in höher gelegenen Skigebieten sowie natürlich auf Gletschern. Es ist – keine Frage – immer noch jede Menge weißes Gold vorhanden. Doch dessen Konsistenz lässt aufgrund der hohen Temperaturen inzwischen gehörig zu wünschen übrig: Mancherorts fährt man ab der Mittagszeit mehr durch Sulz als durch Schnee. Typisches „Frühjahrs-Skifahren“ halt! Das dennoch fabelhaftes Vergnügen bereiten kann. Wenn Sie folgende 10 Frühjahrs-Ski-Tipps der AZ beachten:

1. Schule: Nutzen Sie dieses Frühjahr endlich einmal, um einen speziellen Lawinenkurs zu absolvieren, damit Sie sich künftig auf Skitouren etwas besser auf die drohenden Gefahren einstellen können! (Es gibt zahlreiche Skigebiete oder Zweigstellen der Alpenvereine, die Ihnen Schulung bieten.)

2. Stille: Gönnen Sie sich einmal die Früh-Morgen-Einsamkeit: Stapfen Sie mit Fellen den Berg hinauf, dem Sonnenaufgang entgegen! Die Pisten zu betreten ist meist zwischen 18 Uhr und 6 Uhr verboten. Aber wenn Sie um 06.01 Uhr starten (und sich immer am Rande der Hänge halten!), werden Sie immer noch Genuss pur erleben.

3. Firn: Grundsätzlich gilt: Zwar können die Pisten am frühen Morgen pickelhart sein, falls es in der Nacht gefroren hat. Doch wenn – je nach Höhenlage und Temperatur – die Schnee-Oberfläche leicht zu schmelzen beginnt, entsteht der sagenhafte Firnschnee. Durch ihn fährt man nicht hindurch – sondern cruist sanft darüber: Jeder Schwung ein Schwebe-Genuss – als gleite man durch perfekt temperierte Butter. (Nachmittags dann leider wie durch zähe Erdnussbutter...)

4. Favorit: Besuchen Sie gleich in der Früh Ihren Lieblings-Hang bzw. Ihre Lieblings-Abfahrt. Und düsen Sie diese Strecke so oft auf und ab, bis der Schnee dort endlich besagten Firn-Zustand erreicht hat. Nützen Sie dieses Firn-Glück so lange wie möglich! Denn: Mit jedem Male werden Sie Ihre Favoriten-Passage besser beherrschen und somit mehr genießen.

5. Schlauheit: Vergessen Sie aber nicht, rechtzeitig zum nächsten Hang weiter zu ziehen. Sie wollen doch schließlich nicht das gewissermaßen Verblassen und Verglühen Ihres Lieblings-Hanges erleben! Sondern ihn in unauslöschlicher Erinnerung behalten! Alte Weisheit: Auf dem Höhepunkt gilt es abzutreten! Oder auf altdeutsch: Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören! Doch welcher Sportler kann das schon, genau den richtigen Zeitpunkt zu erwischen? Vielleicht Sie...

6. Nähe: Reisen Sie bitte nicht extra nach Kanada oder in die USA, um dieses Firn-Glück zu erleben, sondern bleiben Sie hier, denn: Diese Firn-Schnee-Art gibt es vorwiegend in den europäischen Alpen – jedoch fast nie auf den trockenen amerikanischen Rocky Mountains-Pisten! Höchstens beim Frühjahrs-Heli-Skiing. Wie das dann ist – erzählen wir Ihnen jetzt aber lieber nicht. Sonst fahren Sie ja vielleicht doch noch...

7. Genuss: Soweit der Vormittag. Anschließend: Keinesfalls ununterbrochen bergauf-bergab rasen, um das Lift-Ticket auszunutzen, sondern sich auch mal eine Stunde lang einen Liegestuhl mieten und die Sonne genießen!

8. Creme: Cremen Sie dabei jedoch unbedingt – ganz intensiv! – Ihr Gesicht mit Sonnenschutz ein! Denn die Haut ist rasch verbrannt – und Bräune dieser Art ist mehr als out. So wie auch im Bikini Ski zu fahren. Wäre eine abgetakelte Erinnerung an einst, als solche Snow-Shows tatsächlich zelebriert wurden: meist für Fremdenverkehrs-Reklame-Filmchen, mit natürlich Nachahmerinnen, die derlei „hot“ fanden. (Die Worte cool und krass für derlei Gelegenheiten existierten in den siebziger Jahren noch nicht.)

9. Ski: Verwenden Sie auf alle Fälle genussvolle Allmountain- bzw. All Terrain-Modelle, wie jeder Skihersteller sie offeriert. Und keine hochsportlichen Race-Carver. Denn wer selbst bei Weichschnee auf die Tempo-Tube drückt, statt einfach fröhlich zu cruisen, zu schwingen (und dabei vielleicht auch noch zu singen!), besitzt keine Ahnung vom Frühjahrs-Skifahren. Sollten Sie nur ein Race-Modell besitzen – dann leihen Sie sich halt ein Paar gemütlicher Brettl: Geiz ist nicht hot.

10. Rücksicht: Zeigen Sie sich als Gentleman oder wahre Ski-Lady und genießen Sie dieses Gefühl, eine wahrlich gute Tat vollbracht zu haben: Indem Sie darauf verzichten, im Weichschnee des Abends verbotenerweise die Piste (mit oder ohne Felle) hinauf zu steigen. Denn Sie zerstören bei der Abfahrt dann die frisch präparierten Hänge – und Ihre durchfurchenden Spuren frieren sich bis zum Morgen fatalerweise ein wie Beton. Was für die Früh-Wedler nicht nur kein Vergnügen ist (wenn bei jedem Schwung die Jacket-Kronen heraus zu fallen drohen) – sondern auch außerordentlich gefährlich enden kann: Falls die Ski verschlagen oder man sich wie mit dem Fahrradvorderreifen in Straßenbahnschienen eingeklemmt fühlt.
Also – fühlen Sie mit! Schließlich ist Frühling.
 

 

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