Wintersport Trotz Frenzel-Sieg: Sorgen um Kombinierer

Ein Helfer beugt sich über den gestürzten Tino Edelmann Foto: dpa

SEEFELD/TIROL - Die Freude von Bundestrainer Hermann Weinbuch fiel verhalten aus: Trotz des ersten Saisonsieges von Eric Frenzel beim Weltcup der Nordischen Kombinierer im österreichischen Seefeld macht sich der Coach zwei Wochen vor dem Olympia-Start Sorgen.

 

Björn Kircheisen plagt sich mit einem grippalen Infekt, Tino Edelmann musste nach einem Sturz im Probedurchgang den Wettkampf ganz absagen, bekam am Nachmittag aber Grünes Licht für einen Start in Vancouver. "Eric hat einen sehr guten Tag erwischt und seine Form unter Beweis gestellt", sagte Weinbuch.

Der Oberwiesenthaler hatte bereits das Springen mit einem 96-Meter-Satz für sich entschieden und war mit 14 Sekunden Vorsprung vor dem schwächeren Läufer Christoph Bieler (Österreich) in den 10-Kilometer-Lauf gegangen. Dort unterstrich der 21-Jährige seine Ausgeglichenheit. «Ich bin einfach mein Rennen gegangen, habe mich nicht an den mir zugerufenen Rückständen der anderen orientiert. Nach der 3. Runde habe ich gewusst, dass ich es schaffen kann», erzählte der Oberwiesenthaler, der im Saisonverlauf bisher fünfmal Rang drei belegt hatte. Weinbuch hob hervor, dass Frenzel das gesamte Rennen allein bestreiten und gegen einen teilweise böigen Wind ankämpfen musste.

Bei seinem überhaupt erst zweiten Weltcup-Erfolg löschte Frenzel einen 25 Jahre andauernden Makel: 1985 hatte mit dem heutigen Bundestrainer Weinbuch letztmalig ein deutscher Kombinierer in Seefeld gewonnen.

So zufrieden der Coach mit Frenzel war, so bedenklich sieht er die Situation seiner anderen Olympia-Starter. Der Johanngeorgenstädter Kircheisen trat trotz eines Infektes an, stieg aber nach fünf Kilometern aus. «Ich habe ihn rausgenommen, um kein Risiko einzugehen. Wir haben es versucht, weil seine Ausgangsposition nach Platz 14 im Springen nicht schlecht war. Aber es ging dann doch nicht», sagte der Bundestrainer. Olympia-Ersatzmann Georg Hettich (Schonach) fiel nach Rang elf im Springen noch auf Platz 22 zurück.

Edelmann durchlitt einige Stunden der Ungewissheit. Nach einem Sturz im Probedurchgang klagte der WM-Zweite aus Zella-Mehlis über Knieschmerzen. Nachdem man im deutschen Team zunächst eine genaue Untersuchung für Montag in München angekündigt hatte, wurde der Thüringer dann doch sofort ins Unfallklinikum Murnau bei Garmisch- Partenkirchen gebracht. Nach einer Computertomographie gab es Entwarnung. Mannschaftsarzt Stefan Pecher diagnostizierte eine starke Innenbanddehnung, die nach vier bis fünf Tagen intensiver Physiotherapie behoben sein sollte. Einem Olympia-Start Edelmanns steht nichts im Wege. (dpa)

 

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