Wintersport Neuners Babyfreuden

Der Biathlon-Star und ihre Waffe: Magdalena Neuner verriet nun, dass sie ihr Gewehr "Baby" nennt. Foto: dpa

Die Biathletin landet in Vancouver und verrät den Namen ihrer Waffe. Die Olympia-Stadt rüstet unterdessen für die Sicherheit auf.

 

VANCOUVER Der Anfang zog sich schon einmal hin, und so hatten sie schließlich zwei Stunden Verspätung, gerötete Augen und schwere Beine. Und doch waren Magdalena Neuner, Michael Greis und ihre Kollegen früher da als alle anderen. Die elf Biathleten, die am Montagabend Ortszeit in Vancouver landeten, waren die ersten der 153 deutschen Sportler, die in der Olympia-Stadt eintrafen.

Und natürlich schaute Magdalena Neuner dann erst einmal, ob ihr Baby den Flug gut überstanden hatte. Ja, das Baby. Denn so, verriet sie nun in einem Interview mit der „Super Illu“ würde sie ihre Waffe nennen. „Ich behandle sie tatsächlich wie ein eigenes Baby“, sagte sie.

Mit Waffe und dem übrigen Biathlon-Tross ging es dann weiter, rüber auf die Insel. Nach Vancouver Island, ins Trainingslager am Mount Washington. Gerade Magdalena Neuner wirkte dabei bei der Anreise äußerst aufgeregt. Sechs WM-Goldmedaillen hat die Wallgauerin bereits, und bisher meinte sie in dieser Saison immer, dass es ja noch so weit hin sei bis Olympia und sie noch gar nicht sehr daran denke. Das klang nun dann schon anders: „Ich denke an mein allererstes Olympia und überlege: Oh, das passiert jetzt wirklich?“

Ja, es passiert wirklich, dass Neuner nun als große Gold-Hoffnung zum Star der Spiele werden könnte, wobei sie nun auch eingestand, dass sie tatsächlich auch auf Unterstützung von oben baue. „Vor den Rennen schicke ich schon mal ein Stoßgebet in den Himmel: Hey, bitte schau und hilf mir heute.“

Zumindest in Vancouver bestehen gute Chancen, dass die Stoßgebete zumindest oben ankommen. Denn der Himmel über den Olympischen Spielen ist seit Dienstag größtenteils frei. Da sperrten die Veranstalter den Luftraum über Vancouver und Whistler, wo auch die Biathleten um die Medaillen kämpfen.

Wie immer bei Olympischen Spielen investiert der Gastgeber nämlich enorm in die Sicherheit. Insgesamt rund 609 Millionen Euro.

Tausende von Polizisten und Soldaten, Marineboote zu Wasser und 900 Kameras an den Wettkampfstätten werden im Einsatz sein.    4500 der Sicherheitskräfte kommen vom Militär. Die Royal Canadian Mounted Police stellt 5200 Personen ab, dazu kommen 1800 Polizisten aus anderen kanadischen Provinzen und 5000 private Sicherheitsleute. Insgesamt sollen 16 500 Kräfte dafür sorgen, dass die 2500 Olympia-Teilnehmer geschützt sind. Dabei werden Soldaten in den Bergen auf Skiern, Snowboards und in Schweden entworfenen Schnee- Mobilen patrouillieren. „Und doch ist es unmöglich die totale Sicherheit bei solch einem Event zu garantieren“, sagte Sicherheitsberater Ray Mey, der bereits 2002 in Salt Lake City dabei war.

Bei Mey herrscht also große Anspannung vor den Olympischen Spielen, die mit der Eröffnungsfeier am 12. Februar beginnen. Bei Magdalena Neuner eher freudige Erwartung. Mit ihrem Baby.

 

0 Kommentare