Wikileaks-Gründer gibt Pressekonferenz Julian Assange: Bald will er aus der Botschaft!

Julian Assange bei der Pressekonferenz in der ecuadorianischen Botschaft in London. Neben ihm: Ecuadors Außenminister Ricardo Patino. Foto: dpa

Bei einer Pressekonferenz hat der Wikileaks-Gründer Julian Assange angekündigt, bald die ecuadorianische Botschaft in London verlassen zu wollen, wo er seit zwei Jahren einem internationalen Haftbefehl entgeht.

London – Der per Haftbefehl gesuchte Whistleblower Julian Assange spielt mit dem Gedanken, die ecuadorianische Botschaft in London zu verlassen. Dort versteckt sich der 43-Jährige seit zwei Jahren vor einem internationalen Haftbefehl. Schweden wirft ihm sexuellen Missbrauch in zwei Fällen vor.

Assange sei aber nicht bereit, sich zu stellen, sagte ein Wikileaks-Sprecher der dpa. Ein Durchbruch in der politisch festgefahrenen Lage zeichnete sich ebenfalls nicht ab: Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño erklärte, sein Land bemühe sich weiter um eine diplomatische Lösung.

Grund für die Überraschende Entscheidung soll das geänderte britische Auslieferungsgesetz sein. Zuvor kursierten Gerüchte, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe. "Ja, ich werde die Botschaft bald verlassen. Aber nicht aus Gründen, an die Sie denken.", wurde Assange zitiert. Konkret äußerte sich dieser nicht zu seiner Gesundheit. Assange sagte lediglich, die Botschaft sei mangels Bewegungsmöglichkeiten ein Umfeld, "in dem jede gesunde Person mit der Zeit einige Schwierigkeiten bekäme".

— Polly Boiko (@Polly_Boiko) 18. August 2014

Offizielle Wikileaks-Stellen sollen die Gerüchte bisher dementiert haben.

Sollte er wirklich die Botschaft verlassen, droht ihm die Festnahme und eine Auslieferung der englischen Behörden nach Schweden. Assange, der in den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs einen großen Komplott sieht, fürchtet, dass ihm anschließend eine Auslieferung in die USA droht, wo ihn, nach eigenen Angaben, kein fairer Prozess um seine Enthüllungsplattform Wikileaks erwartet. Er hält sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, weil Ecuador eins der wenigen Länder ist, das nicht an die Amerikaner ausliefert. Assange betonte, dass in den USA gegen ihn ermittelt werde. Diese "fortlaufenden Ermittlungen" richteten sich gegen die führenden Köpfe von Wikileaks.

Mit Wikileaks brachten Assange und seine Mitstreiter die ganz großen Entscheider dieser Welt ins Schwitzen. Die Whistlenlower-Plattform machte streng geheime Militär- und Regierungsdokumente aus den USA und aller Welt (u.a. zum Krieg im Irak und in Afghanistan) für die Allgemeinheit frei zugänglich.

Ecuador habe den schwedischen Behörden angeboten, Assange in der Botschaft zu befragen, sagte Patiño. Das sei rechtlich zulässig. "Die schwedischen Strafverfolger haben das in vielen Fällen getan." Im Fall Assange hätten die Behörden das allerdings abgelehnt. Assanges Anwälte hatten im Juli versucht, den Haftbefehl gegen ihn in Schweden aufheben zu lassen. Dieser Versuch scheiterte.


 

2 Kommentare