Wiesn-Wirt vor Gericht Steuerhinterziehung! Anklage gegen Sepp Krätz

Vom Wiesn-Zelt in den Gerichtssaal? Sepp Krätz. Foto: dpa

Der Wiesn-Wirt Sepp Krätz soll massiv Steuern hinterzogen haben. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen beendet. Die Hintergründe.

 

München - Wiesn-Wirt Sepp Krätz muss sich wahrscheinlich bald vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen ihn erhoben, bestätigte Krätzs Anwalt auf AZ-Anfrage.

Der Gastronom soll im Wiesn-Zelt "Hippodrom" und in seinem Restaurant "Andechser am Dom" mit illegalen Tricks am Fiskus vorbeigewirtschaft haben.

Vor allem an der Sektbar im "Hippodrom" ist es den Ermittlungen zufolge zu Unregelmäßigkeiten in großem Stil gekommen.

Unklar ist, um welche Summe es bei der mutmaßlichen Steuerhinterziehung geht. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass anfangs von drei bis vier Millionen Euro ausgegangen worden war. Dieser Betrag habe sich aber im Laufe der Ermittlungen reduziert.

Eine entscheidende Frage ist, ob die Grenze von einer Million Euro überschritten wird. Dann wäre im Falle eines Schuldspruchs keine Bewährungsstrafe mehr möglich. Krätz müsste ins Gefängnis.

Der Wirt soll sich nach AZ-Informationen kooperativ zeigen und bereits einen größeren Betrag gezahlt haben. Laut seinem Anwalt "sämtliche Steuern und auch die Zinsen".

Durch die Anklage steht auch Krätzs Zulassung auf der Wiesn in Frage. Die Stadt hält sich derzeit noch bedeckt.

Die Ermittlungen kamen durch eine anonyme Anzeige im Jahr 2010 ins Rollen (AZ berichtete). 

Sepp Krätz geriet in den vergangenen Jahren immer wieder in die Negativschlagzeilen. Unter anderem soll er gegenüber Mitarbeitern handgreiflich geworden sein. Er erlebte mehrere Razzien. Seine Sicherheitsleute gingen auf der Wiesn 2010 brutal mit einem jungen Gast um, fesselten dem 20-Jährigen die Hände auf den Rücken und drückten ihn mit dem Gesicht nach unten auf den Boden des Hippodrom-Zelts. Die Ermittlungen wurden später eingestellt (Bilder vom Vorfall sehen Sie hier).

 

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