Wie geht es weiter mit Amanda Knox? Knox: "Ich werde schreien und treten"

US-Studentin Amanda Knox ist erneut verurteilt worden: 28 Jahre Haft, lautete der Schuldspruch. Gegen eine Auslieferung will sie sich "schreiend und tretend wehren".

 

 Die erneut des Mordes schuldig gesprochene US-Amerikanerin Amanda Knox will niemals freiwillig nach Italien zurückkehren. „Sie werden mich fangen und mich tretend und schreiend in ein Gefängnis zurückzerren müssen, in dem zu sein ich nicht verdient hätte“, sagte die 26 Jahre alte Knox der Londoner Zeitung „The Guardian“ kurz vor ihrer erneuten Verurteilung.

„Ich werde für meine Unschuld kämpfen“, bekräftigte Amanda Knox. „Ich bin erschrocken und traurig über dieses ungerechte Urteil“, erklärte Knox nach dem Richterspruch von Florenz, der sie im Berufungsverfahren zu 28 Jahren Haft und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito zu 25 Jahren verurteilte. „Das ist aus dem Ruder gelaufen“, heißt es in der Stellungnahme, die die Knox vertretende PR-Firma in Seattle (US-Bundesstaat Washington) veröffentlichte. Sie sei "verängstigt und traurig". Die Justiz sei durch eine „übereifrige und unnachgiebige Staatsanwaltschaft“ pervertiert worden, Vorurteile hätten die Ermittlungen geprägt.

Später gab sie dem US-Sender ABC ein Interview. Sie war dabei den Tränen nahe: "Ich konnte nicht glauben, was ich höre", sagte sie. "Das ist Unrecht und ich werde alles tun, um es zu beweisen." Auch im ABC-Interview bekräftigte sie: "Ich werde niemals freiwillig zurückkehren."

Die Anwälte von Knox und Sollecito, der zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, wollen laut "New York Post" vor dem obersten italienischen Gericht in Berufung gehen. Das könnte sich ein weiteres Jahr hinziehen. Bereits 2009 waren Knox und Sollecito für schuldig befunden worden, 2011 waren sie allerdings in einem zweiten Prozess freigesprochen worden. Dieser Freispruch wurde aber 2013 vom obersten italienischen Gericht kassiert. Knox kehrte allerdings nach vier Jahren Haft und dem erfolgten Freispruch in ihre US-amerikanische Heimat zurück.

Die 21-jährige Meredith Kercher war im November 2007 mit durchschnittener Kehle und zahllosen Messerstichen in dem Appartement aufgefunden worden, das sie sich in Perugia mit Knox teilte. Im ersten Prozess hieß es, der Mord sei während eines außer Kontrolle geratenen Sex-Spiels geschehen. Im dritten Prozess nun wich die Anklage davon ab, als Motiv galten nun Streitigkeiten um die Sauberkeit in dem Appartement zwischen Knox und Kercher.

Laut "New York Post" ist es unwahrscheinlich, dass Italien die Auslieferung von Knox fordert, bevor es ein endgültiges Urteil gibt. Bleibt es bei dem Schuldspruch, werde wohl ein langes Auslieferungs-Verfahren beginnen. Ihre Anwälte könnten dann argumentieren, dass sie das Opfer einer Doppelbestrafung sei. In den USA kann man für ein Verbrechen nicht zweimal vor Gericht gestellt werden.

Lyle Kercher, der Bruder des Opfers, forderte dagegen ihre Auslieferung: "Wenn jemand des Mordes schuldig befunden und dafür verurteilt wurde und ein Auslieferungsabkommen zwischen zwei Staaten besteht, dann ist das die normale Vorgehensweise", sagte er.

Der Ex-Freund und Mitangeklagte von Amanda Knox, Raffaele Sollicito, wollte derweil offenbar türmen: Die Polizei teilte mit, dass sie ihn gemeinsam mit seiner aktuellen Freundin in einer Pension im italienisch-slowenisch-österreichischen Grenzgebiet abgefangen und seinen Reisepasse eingezogen habe. Sollecito darf Italien vorerst nicht verlassen.

Auch wenn die USA eine Auslieferung ablehnen würden, könnte Knox allerdings nicht mehr frei außerhalb der USA reisen, wenn Italien einen internationalen Haftbefehl anstrengt, gibt ein Anwalt gegenüber "hollywoodlife.com" zu bedenken.

 

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