Fehlendes Personal könnte den Landshuter Grundschulen zum Verhängnis werden

Landshut - Immer mehr Nichtschwimmer auf immer weniger Schwimmlehrer - Grundschulen haben zunehmend zu kämpfen, was diesen Teil des Unterrichts betrifft. So gäbe es immer weniger Lehrer, die bereit seien, die Zusatzausbildung zum Schwimmlehrer zu absolvieren, wie Lehrer ansässiger Grundschulen wissen.

Gemeinsam im Wasser plantschen, um die Wette schwimmen oder vom Beckenrand springen: Schwimmen ist für viele Kinder das Größte. Damit das kühle Nass aber nicht irgendwann zur Bedrohung wird, ist eine kompetente Schwimmausbildung das A und O.

Viele Eltern sehen vor allem die Schulen in der Verantwortung, den Kindern das Schwimmen beizubringen. Und tatsächlich ist im Lehrplan festgeschrieben: spätestens mit Beenden des zweiten Schuljahres sollen die Schüler zumindest auf Seepferdchen-Niveau schwimmen können.

Fest in den Unterricht integriert ist das Schwimmen in vielen Landshuter Grundschulen aber erst ab dem dritten Schuljahr. Das liege unter anderem an dem Mangel an kompetenten Schwimmlehrern, sagt Christina Meindl, Schulleiterin der Grundschule St. Nikola. Sie hat in ihrem Kollegium vier Lehrer, die Schwimmunterricht geben dürfen.

"Wenn da aber mal einer ausfällt, wird es schon eng", so die Schulleiterin. Grundsätzlich gebe es immer weniger Lehrkräfte, die die Zusatzausbildung zum Schwimmlehrer absolvieren. Laut Meindl, unter anderem aufgrund der großen Verantwortung, die damit einhergeht: "Die Lehrer fürchten sich vor der großen Verantwortung. Wenn einem Kind etwas passiert, sind sie dran."

Mehr Schüler bedeuten viel größere Schwimmgruppen

Zudem seien die Bedingungen im Vergleich zu früher nicht optimal. Aufgrund der wachsenden Schülerzahlen an Grundschulen werden auch die Schwimm-Gruppen immer größer - die Verantwortung für so viele Kinder zu haben hemmt zusätzlich. Doch gewachsen ist nicht nur die Zahl der Schüler im Allgemeinen, sondern auch die Zahl der Nichtschwimmer unter ihnen.

Das kann auch Beate Loria, Rektorin der Grundschule Carl-Orff bestätigen: "Ich habe schon das Gefühl, dass von Jahr zu Jahr mehr Nichtschwimmer unter den Schülern sind. Sie machen bei uns sicher ein Drittel aus."

An der Grundschule St. Nikola seien es sogar die Hälfte der Schüler der dritten Klassen, wie Schulleiterin Meindl erklärt. Auch der große Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund spiele dabei eine Rolle: "In gewisser Weise ist das auch kulturell bedingt. In vielen Fällen können deren Eltern auch nicht schwimmen oder es ist in der Kultur nicht üblich."

Geübt werden soll schon in der 2. Klasse

Das Projekt "Sicher schwimmen", das gemeinsam mit dem Schwimmclub 53 ins Leben gerufen wurde, soll dem Problem Abhilfe schaffen. Dabei werden die Schüler schon in der zweiten Klasse während der sogenannten "Schwimmwoche" intensiv ans Schwimmen herangeführt.

Und auch der reguläre Schwimmunterricht, der in den dritten Klassen stattfindet, soll von Schwimmtrainern des SC 53 unterstützt werden. Dieses Schuljahr könne man den Bedarf an Schwimmlehrern zwar noch genau abdecken, heißt es von den befragten Grundschulen im Stadtgebiet, doch "auf lange Sicht könnte das schon ein Problem werden", so Yasmin Hajek, Schulleiterin der Grundschule St. Wolfgang.

Ausreichend Kapazitäten seien zumindest vorhanden, wie es vonseiten der Stadtwerke heißt. Derzeit wird das Hallenbad von 14 Schulen für den Schwimmunterricht genutzt. Fünf Stunden seien aber sogar noch frei, die durchaus noch von zwei Klassen belegt werden könnten.

"Außerdem gibt es ja neben dem Hallenbad in Landshut auch das Ergomar in Ergolding", sagt Susanne Franck, Pressesprecherin der Stadtwerke.