Wie es den Betroffenen geht Evakuierungen in Landshut: Und wohin jetzt?

Die Evakuierung wirbelte den Tagesablauf der alleinerziehenden Mutter gehörig durcheinander. Foto: Ingmar Schweder

Zwei Kinder, zwei Hunde – und jede Menge Sorgen an einem Freitagvormittag: Wie Sigrid Kramer die Evakuierungsaktion in Landshut erlebt.

Landshut - Die Taschen hat sie mit allem Nötigsten vollgepackt. Den Strom vorsichtshalber abgeschaltet. Sigrid Kramer, Anwohnerin der Oberndorferstraße, sagt: "Die Situation ist einfach schlecht." Sichtlich getroffen stand sie am Freitagmorgen vor ihrem Wohnhaus.

Am Donnerstagabend habe ihr Sohn (13) die Meldung aufgeschnappt, dass ihre Wohnung am Freitagmorgen evakuiert werden solle: "Und dann stand auch schon die Feuerwehr vor der Tür." Sie wohne ganz oben im Haus und habe schon vom Fenster aus mitbekommen, dass etwas auf der anderen Straßenseite vor sich ging.

Wo sie mit ihrem Sohn und ihrer siebenjährigen Tochter unterkommen soll, weiß die alleinerziehende Mutter am Freitagmorgen noch nicht. Die Notunterkunft Alte Weberei kommt für sie zunächst nicht infrage. "Das ist mit meinen zwei Terriern, die wirklich jeden und alles anbellen, nicht zu machen."

Ein Hotelzimmer wäre nicht zu bezahlen

Familie habe sie keine, die sie und ihre Kinder - und natürlich auch die beiden Hunde - aufnehmen könnte. "Meine Eltern sind schon gestorben." Ein Hotelzimmer für ihre kleine Familie ist für die Alleinerziehende nicht erschwinglich: "Für ein Familienzimmer 270 Euro bis Montag - das kann ich mir nicht leisten."

Ein Nachbar, den an diesem Morgen das gleiche Schicksal ereilt, pflichtet der Mutter bei: "So etwas will man nicht oft erleben." Er selbst habe von der Evakuierung von der Tochter erfahren: "Dann kam die Information, morgen um 9 Uhr geht der Bus. Wohin, weiß ich nicht. Ich kenne die Alte Weberei nicht."

Schnell habe er noch etwas Kleidung eingepackt, etwas zum Essen und zum Trinken. "Wenn die Notunterkunft nichts taugt, fahre ich zu meinem Bruder."

 

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