Widerstand gegen Neubau Sendling: Hier soll bezahlbarer Wohnraum verschwinden

Noch wird hier günstig gewohnt: die Wackersberger Straße 37. Foto: Daniel von Loeper

Ein Investor will in München-Sendling ein Wohnhaus abreißen und teuer neu bauen. Doch es gibt Widerstand.

München - "Sendling sagt Nein!", unter diesem Motto macht die Sendlinger SPD mobil gegen die Pläne eines Immobilien-Investors. Der hat das Wohnhaus an der Wackersberger Straße 37 gekauft - und will es abreißen lassen. Die 13 Mietparteien müssten zuvor natürlich alle raus.

Das Haus liegt im Erhaltungssatzungsgebiet, doch der Milieuschutz greift offensichtlich nicht. Zwar sollen hier wieder Wohnungen entstehen, allerdings von der hochpreisigen Sorte. Bei 24 Euro pro Quadratmeter kalt soll die Miete im Neubau liegen - die jetzigen Mieter zahlen um die elf Euro und könnten sich das nicht leisten.

SPD-Forderung: Sanierung statt Abriss

Die SPD-Fraktion im Sendlinger Bezirksausschuss will in der nächsten Sitzung mehrere Anträge zu dem Fall stellen. Unter anderem wird die Stadt aufgefordert, den Abriss nicht zu genehmigen, sondern stattdessen den neuen Eigentümer zu verpflichten, "den Instandhaltungs- und Reparaturstau der letzten 40 Jahre zu beheben".

Außerdem soll die Stadt einen unabhängigen Gutachter bestellen. Tatsächlich hatte der frühere Besitzer nur wenig an dem Haus gemacht, Fenster, Bäder und Heizungen wurden aber erst vor zwei Jahren erneuert.

Dennoch werde argumentiert, so die SPD, eine Sanierung sei nicht rentabel. "Hier versucht ein Investor, Geld zu verdienen, und zwar auf Kosten der vorhandenen Mieter", kritisiert der SPD-Mieterbeirat Philip Fickel.

 

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