Westend Frisch aufgerollt im "Mimi"

Thang Nguyen und Hoa Nguyen vom Restaurant Mimi in Westendstraße in München. Foto: Daniel von Loeper

München - Japan-Sushi und Thai-Curry bekommen Konkurrenz: Vietnamesische Restaurants liegen voll im Trend. Im „Mimi” im Münchner Westen gibt’s traditionelle Kost zum Selberrollen.

 

Nicht überall, wo „Vietnam” draufsteht, ist auch „Vietnam” drin. Im „Mimi” im Westend schon. Seine Spezialität: köstliche Gerichte zum Selberrollen.
An die 40 vietnamesischen Restaurants gibt es in München inzwischen, und immer mehr sprießen an jeder Straßenecke aus dem Boden. Doch was macht die vietnamesische Küche bei uns derzeit so beliebt?

Einerseits mag das am steigenden Gesundheitsbewusstsein der Münchner liegen. Die vietnamesische Küche ist frisch, leicht und verzichtet weitgehend auf Öle und Fette. Andererseits gelüstet es dem Münchner Gaumen ab und zu nach etwas Neuem, Exotischem. Und jetzt eröffnen allerorten, wie es bis vor ein paar Jahren japanische und thailändische Lokale taten, vietnamesische Restaurants – oft auch in In-Vierteln. Da gibt's dann oft ein schickes Life-Style-Ambiente und eine manchmal gar nicht so exotische Crossover-Küche. Nicht selten steht gar kein Vietnamese am Herd.

Im „Mimi” schon. Vor einem Jahr übernahm Nguyen Thong das kleine Lokal mit 28 Plätzen in der eher unprominenten Westendstraße. Gemeinsam mit ihrem Mann Nguyen Hou ist die zierliche Vietnamesin für den Service zuständig. Ein Landsmann kocht, darunter auch Gerichte aus der Heimat der Besitzerin, aus Südvietnam. Buno Bo Nam Bo (10,50 Euro) etwa, Reisnudeln mit Rindfleisch, einem Berg an frischen asiatischen Kräutern und Gemüsen, Erdnüssen und Zwiebeln. „Bei uns ist alles hausgemacht und frisch. Wir verwenden kein Öl und Glutamat, dafür viele frische Kräuter und Fischsauce”, sagt Nguyen Thong. Natürlich kommt auch das „Mimi” dem westlichen Geschmack entgegen und serviert daher keine Schlangen, Schildkröten, Skorpione, Insekten oder angebrütete Enteneier, wie es sie in manchen Spezialitätenrestaurants in Vietnam gibt.

Die beliebtesten Gerichte hier sind ganz traditionell und werden am Tisch selbst ins Rollen gebracht, beziehungsweise in Rollen verwandelt (je nach Zutaten 14,50 bis 20 Euro). Auf ein Reispapierblatt arrangiert man zum Beispiel Rindfleisch oder Garnelen, Reisnudeln, Kräuter und Gemüse, formt daraus mit flinken Fingern ein Rolle und dann: rein in den Mund und abbeißen. Salzig, sauer, süß, und noch viel mehr – eine wahre Geschmacksexplosion.

Aber aufpassen: Als Anfänger sollte man nicht zu viele Zutaten aus Reispapier legen, sonst rollt’s sich schlecht. Außerdem sehr beliebt: Das Nationalgericht Vietnams, „Pho” (5,90 Euro), eine würzige Rindsbrühe mit Rindfleisch, Bandnudeln, Sojasprossen, Frühlingszwiebeln, Koriander und asiatischem Basilikum. Der Geschmack erinnert unwillkürlich an einen lang zurückliegenden Garküchen-Besuch in Saigon. Im „Mimi” ist das Ambiente allerdings etwas gediegener – eine angenehm, Zen-mäßige Klarheit herrscht hier vor, in der man sich wunderbar auf das köstliche Essen konzentrieren kann.

Infos zum Lokal

Westendstraße148, Mo bis Fr 11.30 bis 14.30 Uhr und 18 bis 23 Uhr, Sa, So und Feiertag 18 bis 23 Uhr. Tel. 50 07 70 62

 

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