Wer zählt zum ersten Kabinett? Söders Minister: AZ stellt die heißen Kandidaten vor

Ministerpräsident Söder und Albert Füracker (l.). Der 50-Jährige gilt als Ilse Aigners schärfster Konkurrent im Kampf um das Finanzministerium. Rechts: Bernd Sibler, der für den Wissenschafts-Posten gehandelt wird. Foto: dpa

Am Mittwoch Ministerpräsident Söders erstes Kabinett vereidigt werden. Noch hat der Franke nicht verraten, wen er in seine Regierung beruft. Die AZ stellt die heißesten Kandidaten vor.

Zumindest für Markus Söder (51) hatte das lange Warten schon ein Ende. Am Freitag wählte der Landtag den Franken zum neuen Ministerpräsidenten und damit zum Nachfolger von Horst Seehofer, der vorerst CSU-Chef bleibt (AZ berichtete). Doch wen beruft Söder am Mittwoch in sein Kabinett? Die virulentesten Personalgerüchte:

Finanzen & Wirtschaft

Wer das Finanzministerium übernimmt, ist die spannendeste Frage. Es gibt zwei Favoriten – Ilse Aigner (53) und Albert Füracker (50). Aigner ist Chefin der mächtigen Oberbayern-CSU, gehört aber zu Seehofers Unterstützern und galt lange als Konkurrentin Söders.

Für die Landtagswahl muss Söder allerdings die Oberbayern-CSU für sich gewinnen. Als bisherige Wirtschaftsministerin und Ex-Bundesagrarministerin hat Aigner zweifelsohne genug Erfahrung. Füracker, Chef des CSU-Bezirk Oberpfalz, hat als Finanzstaatssekretär einen engen Draht zum bisherigen Minister Söder und gilt auch sonst als dessen treuester Unterstützer. Sollte Söder nur auf sein Vertrauen setzen, wäre Füracker der Ministerposten sicher.

Inneres, Bau und Verkehr

Alles andere als eine erneute Berufung von Joachim Herrmann wäre eine Überraschung. Der 61-Jährige führt das Haus seit 2007, ist Deutschlands dienstältester Innenminister. Seine Aufopferung für die CSU wird in der Partei geschätzt: Er verzichtete auf eine Kampfkandidatur gegen Söder und hatte im Rennen um das Bundesinnenministerium zugunsten Seehofers das Nachsehen.

Staatskanzleichef 

Wer diese Schlüsselpositionen besetzt, sollte hundertprozentig loyal zum Ministerpräsidenten sein. Genannt werden unter anderem Innenexperte Florian Herrmann (46), Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich (47) und JU-Chef Hans Reichhart (35). Auch für Füracker wäre es ein passender Posten.

Umwelt

Über mangelnde Arbeit konnte sich Ulrike Scharf (50) in den vergangenen Monaten nicht beklagen. So sorgte Seehofers Ankündigung eines dritten Nationalparks für Zusatzarbeit. Die Oberbayerin übernahm den Posten erst 2014 und dürfte im Postenpoker gute Chancen haben. Genannt wird auch der Vorsitzende des CSU-Arbeitskreises Umwelt, der 40-jährige Martin Huber.

Soziales

Der Integrationsbeauftragten Kerstin Schreyer werden die besten Chancen gegeben. Die 46-Jährige hatte bereits viel mit dem Haus zu tun, und Söder will den Frauenanteil im Kabinett nicht sinken lassen. Amtsinhaberin Emilia Müller scheidet aus.

Gesundheit

Von den ehemaligen Ministerinnen im Kabinett Seehofer muss sich die Oberfränkin Melanie Huml wohl mit am wenigsten Sorgen machen. Erst im Dezember wurde sie zur CSU-Vizechefin gewählt. Die 42-Jährige arbeitete bereits eng mit Söder zusammen und hat einen guten Draht zu ihm.

Kultus und Wissenschaft

Die Erwartung in der CSU ist groß, dass Söder das Ministerium wieder in seine beiden ursprünglichen Bereiche aufteilt. Als ein Minister gesetzt ist der Münchner CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle (56), der schon lange dem Söder-Lager zuzurechnen ist. Auf den zweiten Ministerposten kann Staatssekretär Bernd Sibler (47) hoffen, der bei der Landtagswahl im Oktober die CSU-Liste in Niederbayern anführt.

Agrar 

Nach Chefposten im Umweltministerium und in der Staatskanzlei könnte der Weg des Oberbayers Marcel Huber nun ins Agrarministerium führen. Dies dürfte der Tierarzt nicht nur dem Karriereende von Amtsinhaber Helmut Brunner (63) verdanken, sondern auch seiner uneitlen und unkomplizierten Arbeitsweise. Der 60-Jährige pflegte einen engen Kontakt zu Seehofer, ihm wird aber kein Lagerdenken zugeschrieben.

Außenseiterchancen werden der Agrarausschuss-Vorsitzenden Angelika Schorer eingeräumt. Die 59-Jährige stammt aus dem Allgäu, also dem CSU-Bezirk Schwaben – das könnte ihr einen klitzekleinen Vorteil verschaffen.

Justiz 

Als weiterhin gesetzt gilt Winfried Bausback (52). Ein anderer Kandidat, der ihm rechtswissenschaftlich annähernd das Wasser reichen könnte, ist bislang nicht in Erscheinung getreten.

Europa

Sie muss, wie schon so oft, um ihren Posten bangen: Beate Merk (60). Für sie spricht allerdings, dass Schwaben im Kabinett nicht überrepräsentiert ist. Und dass Söder, wollte er Merk ersetzen, eine andere Frau als Ersatz bräuchte.

 

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