"Wer wird Millionär" bei Jauch Waldemar "Waldi" Hartmann: Was soll der Aufruhr?

"Deutschland hat die WM nie daheim gewonnen": Waldi Hartmann blamierte sich als Telefonjoker bei „Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch. Nun erklärt er, wie der Fauxpas passierte.

 

Am Donnerstag behauptete der Sportjournalist felsenfest, Deutschland habe noch die eine Fußball-WM im eigenen Land gewonnen. Was natürlich nicht stimmt.

Herr Hartmann, hat Franz Beckenbauer Sie schon angerufen?

WALDEMAR HARTMANN: Nein, weder er, noch irgendein anderer der 74er-Helden. Ich bin ja mit einigen von denen ziemlich gut bekannt. Es waren ja acht Bayern in der Mannschaft dabei, die 1974 im eigenen Land Weltmeister wurden. Ich gehe davon aus, dass der Franz und Co. sich noch genau daran erinnern können (lacht).

Im Gegensatz zu Ihnen. Sie haben bei „Wer wird Millionär“ als Telefonjoker behauptet, Deutschland wäre nie im eigenen Land Weltmeister geworden.

Ich hatte ja jetzt drei Wochen Zeit, mich auf die Reaktionen vorzubereiten. Die Sendung war aufgezeichnet und ich habe mir natürlich gedacht, dass was kommen wird. Aber dass das so ein Tsunami werden würde, das hatte ich nicht geahnt. Deutschland muss es sehr gut gehen gerade.

Wie meinen Sie das?

Na, was ist denn schon passiert? Ich habe eine Quiz-Frage falsch beantwortet. Wenn das schon ausreicht, um die Leute so in Aufruhr zu versetzen, dann müssen wir wenige Probleme haben in Deutschland, dann werden Union und SPD morgen ohne weiteren Streit den Koalitionsvertrag unterschreiben. Die ARD hatte ja diese Woche ihre Themenwoche „Glück“. Da hätte ich auch auftreten können mit meiner Nummer. Aber ich fürchte, die ARD will das nicht.

Waldemar Hartmann: Krasse Blamage bei Jauch!

Wann haben Sie realisiert, dass Ihnen bei der Beantwortung der Frage da dieser Klops passiert ist?

Direkt nachdem ich die Frage beantwortet hatte. Ich saß in Sindelfingen auf einem Podium, neben mir der Chefredakteur der Sindelfinger Zeitung, der mich entgeistert angeschaut hat. Mir ist dann erst Mal das Blut aus den Adern geschossen.

Haben Sie mittlerweile eine Ahnung, wie Ihnen dieser Fauxpas passieren konnte?

Ich war an dem Abend in Sindelfingen, um aus meinem Buch vorzulesen. Die von RTL hatten gesagt, dass sie zwischen 18 und 20.15 Uhr anrufen würden. Aber der Anruf kam viel später. Ich war wegen der Lesung nicht ganz bei der Sache. Ich hatte mich bei der Lesung über unsere Wohlfühlgesellschaft aufgeregt, dass wir dritte Plätze am Brandenburger Tor feiern würden. Das muss ich wohl noch im Hinterkopf gehabt haben.

WM-Blamage mit schwachen Quoten

Und dann?

Stolz war ich nicht auf mich. Ich habe gehofft, dass die Lena (die Kandidaten Lena Gercke, die Red.) nicht wegen meines Blackouts ausscheidet. Später hat Günther Jauch angerufen und mich beruhigt. Das Publikum wusste die richtige Antwort.

Was hat Jauch noch gesagt?

Er war witzig. Günni meinte: „Waldi, Du solltest keine Werbung mehr für Weißbier machen, sondern für Ginseng.“ Vielleicht hat er recht.

Ein Gutes hat die ganze Angelegenheit schon jetzt: Ihr Buch „Dritte Halbzeit“ ist in der Bestseller-Liste nach oben geschnellt.

So sieht es aus. Wenn das der Kollateral-Schaden ist, dann habe ich nichts dagegen. Ich bin übrigens schon gefragt worden, ob ich den Fehler absichtlich gemacht hätte.

Und?

Wer glaubt, dass es ein PR-Gag gewesen ist, der soll bei den Leuten nachfragen, die bei mir waren nach dem Anruf. Mein Blutsturz und meine Schnappatmung waren echt!

Was bedeutet die ganze Geschichte für Ihre Karriere?

Herr Kollege, ich bitte Sie! Meine Karriere ist doch schon vorbei. Ich habe keine Sendung, bin Rentner. Alles gut, keine Sorge! Oliver Pocher hat bei Twitter schon geschrieben, dass ich nicht mehr als Experte auftreten sollte. Aber so ne Nummer wie er mit Boris Becker abgezogen hat, braucht er bei mir gar nicht zu versuchen. Da mache ich nicht mit. Ich habe kein Facebook, kein Twitter. Und wenn ich jetzt einigen Menschen zum Auskotzen verholfen habe und es ihnen damit besser geht: Herzlichen Glückwunsch!

 

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