Wenn die Erde nachgibt Der Münchner Untergrund ist voller Tücken

Mit Gummistiefeln und gebückt macht sich OB Christian Ude auf die Erkundungstour im Münchner Kanalsystem. Foto: Camay Sungu

Alte Bauschuttgruben oder undichte Kanäle können nach Jahren in München zum Problem werden. 
München
-  Der Münchner Untergrund ist wie ein durchlöcherter Käse – und oft auch für Profis ein Geheimnis. Ab und zu tun sich ganz unerwartet Löcher auf. Da ist so eine Grube in Haidhausen nur eine von vielen Möglichkeiten.

 

Da sind die alten Stadtbäche, die in kilometerlangen Röhren unter der Stadt hindurch geleitet werden oder deren Bachbette versiegt sind.

Da sind die Kanalsysteme für Frisch- und Abwasser.

Da sind die Rohrleitungen für Telefon, Glasfaser, Fernwärme- oder Gas.

Da ist die U-Bahn, für die seit fast 50 Jahren im Untergrund gebuddelt wird. Regelmäßig treffen die Tunnelarbeiter auf unbekannte alte Bombentrichter, die mit Müll und Bauschutt verfüllt wurden.

Alte verschüttete Keller

Ein Problem sind auch die vielen Keller, die nach dem Bombenkrieg zugeschüttet wurden und wo die heutige Hausfassade nicht mehr die alte Baulinie darstellt. So einen Fall gab es vor ein paar Jahren auf der Theresienwiese, als eine völlig vergessene Kellerdecke einstürzte – auf die später einer der Super-Loopings für die Wiesn aufgebaut werden sollte. Ein Problem: Aus älteren Zeiten gibt es meist keine Pläne mehr.

Das Zentrum für Geotechnik an der TU München ist da für die Stadt und für die Bauherren ein wichtiger Partner. Die hochqualifizierten Geologen kennen sich aus mit dem Münchner Untergrund.

"Irgendwann sackt der Untergrund nach"

Zu den Spezialisten gehört Dirk Heyer, und er zählt auf, was in München alles möglich ist: Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Bombentrichter und Ruinen mit Bauschutt aufgefüllt und nicht richtig verdichtet: „Irgendwann sackt dann der Untergrund nach.“

Dann bildet sich ab und zu ein Schlot, der sich nach oben ausweitet. Im Glücksfall wird das an der Oberfläche nur eine Verformung, manchmal tun sich dann aber Löcher auf – so wie vor ein paar Jahren im Westpark. Da war eine unfachmännisch geschlossene alte Kiesgrube die Ursache.

Auch das Grundwasser ist oft ein Problem

Es kann eine undichte Kanalisation sein, die den Untergrund unterspült und Hohlräume schafft. Es passiert, wenn unterirdische Gruben nicht richtig verfüllt wurden. Das Grundwasser ist oft eine Ursache, wenn es hoch steht und neue Schichten nass werden und einsacken.

„Meistens ist die Suche nach den Ursachen eine Detektivarbeit“, erzählt Dirk Heyer: „Aber es geschieht zum Glück nicht oft.“

 

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