"Wenn das Leben schön ist, dann ist es kurz" Münchner Kult-Maler Waske (†72) ist gestorben

Unzertrennlich – vom ersten bis zum letzten Moment: Mathias Waske mit seiner Frau Tina Foto: Schneider-Press/W.Breiteneicher

Münchens Kult-Maler Mathias Waske stirbt mit 72 Jahren – seinen größten Wunsch kann sich der Romantiker leider nicht erfüllen.

München - Sie waren eines dieser äußerst seltenen Paare in Münchens Society. Mathias Waske und seine Frau Tina (geborene von Reppert) schmückten jedes Fest mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit und dieser Liebe, die zwischen ihnen zu spüren war. In jedem Blick, in jeder Geste.

Ganz egal, ob sie nun auf dem Wiener Opernball walzerten oder auf Kufflers Weinzelt-Wagen am ersten Samstag auf die Wiesn einfuhren. Bei Mathias und Tina Waske war es Liebe auf den ersten Blick. Und es war Liebe bis zum letzten Blick.

Am 16. Januar starb Mathias Waske mit 72 Jahren an Blutkrebs. Damit verliert Tina ihre große Liebe und München seinen Kult-Maler. Waske (ein Bild kostet über 20 000 Euro) galt als einer der anerkanntesten Vertreter des modernen Realismus. Er war originell, skurril, humorvoll und auch gern mal hinterfotzig. Seine meist aus ironischem Blickwinkel heraus gemalten Acryl- und Ölbilder verstand der gebürtige Crailsheimer (Baden-Württemberg) als "Parodie auf die alltäglichen Dinge des Lebens".

Waske hatte zahlreiche Fans

Vor allem, wenn er Motive großer Meister leicht verfremdete – wie Manets "Frühstück im Grünen", bei dem Peter Gauweiler seinem Chef Franz Josef Strauß ein Kondom reicht. Zu Waske-Fans zähl(t)en: Karim Aga Khan, Gunter Sachs, die Fürstenfamilie von Monaco und die Industriellenfamilie Krupp, Papst Johannes Paul II. (Waske traf ihn persönlich), die Filmemacher Sergio Leone und Peter Schamoni, Hitkomponist Giorgio Moroder und Altbundespräsident Walter Scheel.

So realistisch er malte, so romantisch lebte er. "Ich bin ein großer Romantiker", erzählte er der AZ gern. Nur heiraten wollte er nie, weil er das für spießig hielt. Doch dann lernte er seine Tina kennen – und sofort lieben. Vor über 37 Jahren trafen sich der Maler und seine Muse bei einem Fest von PR-Lady Simone Petrov. Sie spielten Backgammon, redeten und heirateten kurz darauf.

Die Waskes pendelten zwischen Deisenhofen und der Provence. Sie stärkte seinen Rücken, er kochte für sie (auch wenn er mal wieder auf Diät war). "Wir waren vom ersten Moment an unzertrennlich", sagte Waske kurz vor der Silber-Hochzeit 2005 zur AZ. Damals feierten sie in Venedig, er schenkte ihr einen Kirschbaum, den sie in Südfrankreich pflanzte. "Zur goldenen Hochzeit ernten wir die Kirschen!" Doch schon damals ahnte der Maler: "Unsere Ehe vergeht mir viel zu schnell. Wenn das Leben schön ist, dann ist es kurz." Zu kurz.

 

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