Mats Hummels spricht über Grüppchenbildung in der Nationalelf, den abgerissenen Kontakt zu den Fans und Bayern-Coach Kovac. Und er nimmt die Kollegen in die Pflicht, inklusive der Stars aus München, wieder mehr auf die Fans zuzugehen.

München - Wie schlimm steht es denn nun wirklich um die deutsche Nationalmannschaft? Wie groß ist die Spaltung innerhalb des DFB-Teams, die Kluft zwischen "Kartoffeln" und "Kanaken", von der ja schon hinreichend berichtet wurde. Alles im Rahmen, meint Mats Hummels vom FC Bayern.

Mats Hummels: Verstärkter Kontakt zu Anhängern

"Gruppenbildung gab es immer, und sie gibt es auch heute in jeder Mannschaft, genau wie im normalen Leben. Sie ist auch nicht so schlimm", sagte der Profi der "Welt am Sonntag". Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Russland müsse es eher an anderen Stellen Veränderungen geben: "Das Taktische wird ein großes Thema bei uns sein."

Genauso wie die neue Nähe zu den Fans. Der verstärkte Kontakt zu den Anhängern und mehr öffentliche Trainingseinheiten seien der absolut richtige Weg, meint Hummels. Er sei sich sogar sicher, betonte er, "dass es uns sehr guttut, wenn wir wieder etwas mehr das sind, was man als volksnah bezeichnet". Dazu gehörten eben auch Autogramme und Selfies, freilich auch von den Bayern-Stars. "Vielleicht muss man für sich selbst wieder ein anderes Bewusstsein in dieser Hinsicht entwickeln", meinte der Innenverteidiger. Schließlich sei die Verbindung zur Basis "zuletzt nicht so gut wie vor einigen Jahren" gewesen.

Mats Hummels gibt sich fannah

Hummels, der sich auch im Netz fannah gibt, wirbt um Verständnis dafür, dass sich Spieler auch "mal abkapseln, um etwas Privatsphäre zu haben". Dazu gehöre, dass ein Spieler Foto- oder Autogrammwünsche auch mal ablehnen dürfe, ohne deshalb beleidigt zu werden.

Apropos Verständnis: Das hat Hummels auch für seinen Trainer beim FC Bayern, Niko Kovac, selbst wenn der ihn auf die Bank setzt – so wie beim Saisonstart gegen 1899 Hoffenheim. "Ich hoffe, er hält die Rotation die ganze Saison über aufrecht", sagte Hummels: "Wir haben bis zum Winter jetzt quasi nur noch englische Wochen. Deshalb brauchen wir den großen und qualitativen Kader und die Rotation. Da trifft es eben auch mal mich."

Mats Hummels versteht Niko Kovac

Dass er nach dem Spiel gegen Hoffenheim keine Interviews gegeben habe, heiße nicht, dass er die Entscheidung Kovacs nicht akzeptiert habe. "Wenn ich sie bei der enormen Qualität in unserer Innenverteidigung nicht akzeptieren würde, hätte ich keine gesunde Selbsteinschätzung", sagte Hummels. "Da kann man von mir erwarten, dass ich das auch einfach hinnehme und im nächsten Training eben wieder Gas gebe."

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