Weltmeister als U17-Coach Klose: "Bin ein ganz normaler Trainer"

Miroslav Klose (links) als Zaungast beim Training der Bayern-Profis. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Miroslav Klose steht am Samstag vor dem Pflichtspieldebüt in der U17-Bundesliga Süd/Südwest - und hat "ein gutes Gefühl". Zu der Rassismus-Debatte um Mesut Özil wollte der Weltmeister am Mittwoch nicht im Detail Stellung nehmen. 

München - Miroslav Klose geht nach seinem ersten Monat als U17-Cheftrainer beim FC Bayern voller Vorfreude in den Saisonstart am Wochenende.

"Ich habe ein gutes Gefühl", sagte der ehemalige Stürmer und Weltmeister von 2014 am Mittwoch in München. Der 40-Jährige übernahm Anfang Juli das Nachwuchsteam des Rekordmeisters und steht am Samstag (11 Uhr) vor dem Pflichtspieldebüt in der Bundesliga Süd/Südwest gegen Wehen Wiesbaden. Ein Saisonziel gibt Klose nicht aus.

Klose: "Ich bin nicht der Superstar"

"Ich muss erst ein Gefühl für die Liga bekommen." Der frühere Bundesliga-Profi von Kaiserslautern, Bremen und München betonte, dass die Aufgabe im Vergleich zum bisherigen Assistentenjob bei der Nationalmannschaft ganz anders sei. "Für mich sind das die ersten Schritte", sagte er dazu, erstmals für eine ganze Mannschaft verantwortlich zu organisieren. "Bislang konnte ich mitlaufen."

Bei den Bayern hat Klose einen Vertrag für zwei Jahre und sagte, sich bewusst für einen Start im Jugendbereich entschieden zu haben. Irgendwann wolle er aber aufsteigen und Profis trainieren. "Es muss mich packen, ich muss ein Gespür entwickeln, es muss mich kitzeln", unterstrich der Familienvater.

"Es ist schon sehr gut angegangen." Nach den ersten Wochen und einem Trainingslager in Österreich sehen die Spieler ihn zudem immer weniger als Ex-Nationalspieler und WM-Rekordtorschützen und mehr als Coach, wie Klose berichtete. "Ich bin ein ganz normaler Trainer und nicht der Superstar", sagte er.

Löw "zu tausend Prozent der Richtige"

Trotz des Debakels bei der WM in Russland spricht sich Klose deutlich für einen Verbleib des Bundestrainers aus. "Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Jogi Löw zu tausend Prozent der Richtige ist", sagte er in München. Sechs Wochen nach dem erstmaligen Vorrunden-K.o. einer deutschen Auswahl bei einer WM arbeitet Löw an einer Analyse nach der Enttäuschung, hat vom Deutschen Fußball-Bund aber schon das weitere Vertrauen erhalten.

Klose, der in Russland als Trainer-Assistent dabei war, forderte, die Pleite schonungslos aufzuarbeiten. "Es muss alles hinterfragt werden", sagte der 40-Jährige und bemängelte die Einstellung: "Ich lasse es nicht zählen, dass die Spieler satt sind."

Zudem betonte er: "Die Eitelkeiten müssen so ein bisschen in den Hintergrund, darauf kommt es an. Jetzt muss sich jeder Spieler hinterfragen. Jogi wird die Schlüsse ziehen, davon bin ich felsenfest überzeugt."

Zu der Rassismus-Debatte um Mesut Özil wollte Klose nicht im Detail Stellung nehmen, um das Thema nicht erneut zu befeuern. "Das möchte ich nicht", sagte er. "Die Spieler, die etwas zu Mesut und Gündogan zu sagen haben, haben sich intern auf einen Kaffee getroffen. Ich habe mich dazu geäußert, jetzt ist es gerade am Abklingen."

 

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