Weil er sich ins Abseits gestellt fühlt Mann prügelt Ex-Frau in die Klinik

Der Angeklagte mit seinem Anwalt Klaus-Peter Knauf. Foto: jot

Weil er sich von der Familie ins Abseits gestellt fühlt, schlägt ein 40-Jähriger erst seine Tochter auf der Straße – und sucht dann deren Mutter heim. Sie wird schwer verletzt. Nun hat der Prozess begonnen.

 

München - Irgendwann wird es Staatsanwalt Laurent Lafleur zu bunt. Immer wieder hat der Angeklagte auf Fragen sehr ausschweifend geantwortet, ohne die eigentliche Frage zu beantworten. Der Staatsanwalt mahnt ihn, endlich zur Sache zu kommen – und spricht damit wohl allen Prozessbeteiligten aus der Seele.

Der 40-jährige Angeklagte Beno C. (Name geändert), der zuletzt als Security-Mann gearbeitet hatte, ist wegen gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung angeklagt.
Zu Prozessbeginn lässt er seinen Anwalt Klaus-Peter Knauf eine Erklärung verlesen. Darin gibt er zu, dass er zugeschlagen habe. Für seine Tochter (12) gab es Watschn, ihre Mutter, seine Ex-Partnerin, habe er mit der Faust und Tritten traktiert.

Er sei rasend vor Wut gewesen, berichtet der Mann. Der Grund: Mutter und Tochter hätten ihn immer mehr ausgegrenzt und dabei gemeinsame Sache gemacht. Am 19. Juni 2016 – das Paar war zu diesem Zeitpunkt bereits fast ein Jahr getrennt – kam es dann zu einer folgenschweren Prügelszene. Beno C. war seiner Tochter zufällig auf der Straße in Aubing begegnet. Es gab Streit; die Tochter erklärte ihm, dass sie fest zur Mutter halte. Laut Anklage hat er sie dann nicht nur gewatscht, sondern auch mit einem Regenschirm geschlagen.

Zur falschen Zeit am falschen Moment

Danach sei er zu dem etwa 400 Meter entfernten Mehrfamilienhaus gegangen, in dem seine Ex-Partnerin wohnt und in dem C. früher selbst gelebt hatte. Die Frau hatte das Pech, genau in diesem Moment aus der Haustür zu treten. Der Mann packte sie an den Haaren und schlug mit der Faust zu. Die Frau ging zu Boden; selbst dann schlug und trat C. noch auf sie ein.

Eine Nachbarin sah das Opfer in seinem Blut liegen und stellte sich dem Täter in den Weg. Der sagt vor Gericht, er habe von selber aufgehört. Sein Opfer erlitt Nasenbrüche, ein Monokelhämatom und eine Gehirnerschütterung. Die Frau musste im Klinikum Großhadern operiert werden.

Die weiteren Vorwürfe, dass er seine Partnerin drei Mal vergewaltigt haben soll, bestreitet er. Ja, Diskussionen habe es gegen, aber er habe sie nie zum Sex gezwungen: „Das ist gegen meine Ehre.“ Der Sex sei immer einvernehmlich gewesen.

Der Prozess ist bis 12. Januar terminiert.

 

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