Weil er seine Brille wollte Rapper Kollegah boxt Fan auf der Bühne nieder

Kollegah wird von einem Fan bedrängt und schlägt zu. Foto: imago/Star-Media/AZ-Screenshot

Zuerst holt er ihn auf die Bühne, dann schlägt er ihn nieder. Rap-Star Kollegah hat beim Auftakt seiner Tour in Leipzig einem angetrunkenen Fan eine brutale Abreibung verpasst. Die Kritik ist groß.

 

Gewalteskalation beim Kollegah-Konzert in Leipzig - und mittendrin: der selbsternannte Zuhälter-Rapper höchstpersönlich. Beim Auftakt seiner "Imperator"-Tour in Leipzig am Samstag hat der Rap-Star, der normalerweise mit seiner lyrischen Schlagfertigkeit und seinem ausgeklügelten Wortwitz Millionen begeistert, einen Fan auf der Bühne brutal niedergeschlagen. Im Netz überwiegt die Kritik an der heftigen Reaktion des 32-Jährigen.

Wie kam es zur Prügel-Attacke?

Alles begann mit einer eigentlich netten Idee, die viele Fans mit ihren Handykameras festhielten: Zusammen mit seinem Back-Up Ali As bittet Kollegah zwei Fans auf die Bühne, um ein Freestyle-Battle zu veranstalten. Einer der beiden jungen Männer begrüßt die Anwesenden auf der Bühne. Er klaut sich Ali As' Kappe und setzt sie auf. Für diesen scheint das kein Problem zu sein. Ein Handschlag folgt. Dann geht der offensichtlich leicht angetrunkene Fan zu Kollegah und will sich seine Sonnenbrille stibitzen.

Doch das gefällt diesem überhaupt nicht, abwehrend schubst er den Jungen von sich weg. Es macht den Anschein, als hätte der nun verstanden, dass er zu weit gegangen ist. Doch ehe er reagieren kann, hat der 32-Jährige Rap-Star ihm mit dem Fuß in den Bauch getreten. Es folgt ein Faustschlag mit voller Wucht gegen den Kopf. Der Junge taumelt benommen zu Boden. Nach einem kurzen Handgemenge sind die Securitys zur Stelle und zerren den bedröppelten Fan von der Bühne.

Nach kurzer Ratlosigkeit versucht Ali As die Situation zu retten und witzelt: "Freestyle, wie er 2017 zu sein hat". Kollegah sagt ins Mikrofon: "Saufen gut und schön, aber packt den Leuten doch nicht an die Brille und an die Kappe, muss doch nicht sein." Dann geht das Konzert ohne weitere unterbrechungen weiter. Auf Facebook postet Kollegah im Anschluss ein Bild mit den Worten "Danke Leipzig", ohne ein weiteres Wort über seinen Ausraster zu verlieren.

"Gewalt ist keine Lösung": Viel Kritik für Kollegah im Internet

Weil viele Fans die hässliche Szene mit ihren Handykameras eingefangen und im Internet geteilt hatten, wird nun kontrovers diskutiert. Die Kritik am heftigen Einschreiten des Rappers, der sein eigentlich Gangster-Rap-Image mit klugen Aussagen, gemeinnützigen Aktionen und einem Jura-Studium konterkariert, überwiegt. Dieser Kommentar eines Fans wird auf Facebook tausendfach geliked:

"Total daneben dem so eine zu klatschen. Der wollte für das Rap Battle die Cap und danach noch die Sonnenbrille. Als Kollegah ihn dann weg schuckte wollte der Typ ihm die Hand reichen und sich entschuldigen... Und er knockt ihn übelst aus... Total beschissene Aktion. Ich Feier ihn als Künstler... aber menschlich war das die komplette Enttäuschung. Bosshaft wäre gewesen ihm die Brille zu leihen und zu zeigen das egal wieviel Erfolg oder Kohle man hat, vor Gott alle Menschen gleich sind... Überlege meine Stuttgart Tickets abzugeben."

Andere schreiben: "Wie dünnhäutig kann ein Mensch eigentlich sein", "Traurig für jemanden der im rapenlicht steht", "Du hast einen betrunkenen geschlagen der offensichtlich nicht feindselig war. Das ist nicht boss" oder "deine Musik Feier ich echt, aber sowas oh man. PEINLICH". Nur wenige stärken dem Rap-Star den Rücken und zeigen Verständnis weil der Fan ihn zuerst körperlich angegangen war.

2014: Freispruch vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass Kollegah auf einem Konzert handgreiflich wurde. Im Sommer 2013 soll er nach einem Club-Auftritt von einem Gast als "Hurensohn" beleidigt worden sein. Daraufhin soll er diesen und einen Begleiter mit Faustschlägen traktiert, einem von beiden die Nase gebrochen haben. Kollegah gab damals an, von den Männern getreten worden zu sein und berief sich auf Notwehr. Ein Gericht im oberbayerischen Laufen sprach Kollegah mangels Beweisen Ende 2014 vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung frei

 

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