Weihnachtspredigt im Bamberger Dom Erzbischof Schick: Weihnachten schlägt Brücken

Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg. Foto: dpa

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sieht Weihnachten als Chance zum Brückenschlag zwischen Völkern und Kulturen. In Bethlehem sei Gott zu den Menschen gekommen, an der Krippe seien sich Galiläer und Leute aus Judäa, Hirten und Könige, Fremde und Einheimische begegnet. Aus Fremden seien Freunde geworden, sagte Schick laut vorab verbreiteter Weihnachtspredigt im Bamberger Dom.

 

Bamberg - "Weihnachten darf nicht Geschichte sein, sondern muss Geschichte machen", sagte Schick. "Unser Heute und unsere Zukunft sollen vom Geist Bethlehems geprägt sein; dann wird es eine gute, bessere Geschichte werden." Er rief dazu auf, die Kluft zwischen Einheimischen und Eingewanderten, Flüchtlingen und Asylbewerbern zu überbrücken und nicht durch gegenseitige Ablehnung zu vergrößern.

Probleme in Deutschland könnten nur mit der globalisierten Welt und nicht gegen sie gelöst werden. "Wenn jetzt einige bei uns so tun, als müssten sie Deutschland und Europa retten, dann wird das nicht funktionieren. Wir sind schon längst die Eine Welt und alles kommt darauf an, wie wir diese eine Welt gestalten."

Beim internationalen und interreligiösen Dialog der Wahrheit müssten auch die Fakten zur Sprache kommen, die den Frieden und die Einheit der Welt behindern. Sowohl über die brutalen Verbrechen von IS, Taliban, Boko Haram und Dschihadisten, die an die Kindermorde des Königs Herodes erinnerten, als auch die Foltermethoden der CIA und andere Kriegsverbrechen müsse geredet werden. "Der Dialog der Wahrheit lässt nichts unter dem Tisch, sondern bringt alles auf den Tisch, damit es bereinigt wird. Nur so bekommen wir eine gute Zukunft."

 

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