Weihnachtsmärkte Adventszeit: Glitzernder Park

Verführerische Gerüche von allen Seiten, es duftet nach frisch gerösteten Maroni und Bratäpfeln, nach Glühwein und Orangenpunsch. Kunsthandwerk und Spielzeug aus der Region werden feilgeboten. Schlittschuhfahrer gleiten über spiegelglatte Eisflächen. Chöre stimmen besinnliche Lieder an. Auf den Weihnachtsmärkten Europas kommen kleine und große Besucher auf ihre Kosten.

 

„STILLE NACHT“ MIT MOZARTPUNSCH
Wenn die Weihnachtszeit naht und der Schnee die Dächer von der 1000-jährigen Festung Hohensalzburg bis zur Häuserzeile an der Salzach mit einem weißen Überzug versieht, gehen auch auf den Adventsmärkten im Salzburger Land die Lichter an. Die alte Fürstbischofsstadt Salzburg bietet mit ihrer barocken Kulisse den idealen Rahmen für Veranstaltungen und allerlei Märkte. In der Kirche St. Andrä am Mirabellplatz lässt ein 100-köpfiger Chor seine Stimmen beim Adventssingen ertönen, und im modernen Salzburgmuseum sind mehrere Dutzend Salzburger Weihnachtskrippen zu bestaunen. Die sind auch auf dem Christkindlmarkt am Residenzplatz zu sehen, den ökologisch korrekte LED-Leuchten eines 25 Meter hohen Weihnachtsbaumes erhellen. „Die Gestaltung der Krippen ist ein alter Brauch im Salzburger Land, mit eigenen Krippenbauvereinen“, erläutert die Fremdenführerin Inez Reichl de Hoogh. Der feine Geruch von Weihrauch zieht herüber. Ein kleiner Stand verkauft mitten im Schneegestöber Rauchermännchen, ätherische Öle und Weihrauch, der in einer kleinen Pfanne vor sich hin kokelt. Andere Stände verkaufen Christbaumschmuck, goldene, silbrige und grünlich schimmernde Kugeln mit Landschaftsmotiven und bib­lische Szenen oder grafischen Mustern wie von Graffiti-Künstlern. Die sind beim Weihnachtsmarkt Hellbrunner Adventzauber weniger angesagt. Hier reflektieren Hunderte roter Weihnachtskugeln, die wie reife Früchte in den Bäumen hängen, das Licht von Fackeln und bunt dekorierten Ständen. Der Hof des einstigen Lustschlosses Hellbrunn rahmt das Dörfchen von Verkaufshäuschen ein, an denen Grammelschmalz, Hirschwürstl und geschmackvolles Kunsthandwerk verkauft werden. Ein Chor singt „Stille Nacht, heilige Nacht“, und kaum irgendwo passen die Weisen besser als in dieser romantischen Atmosphäre, nicht weit von dem Ort, wo der Salzburger Priester Joseph Mohr und der Lehrer Franz Xaver Gruber vor fast 200 Jahren das wohl berühmteste aller Weihnachtslieder erdacht haben.
www.salzburg.info

„LEISE RIESELT DER SCHNEE“ AM BUCKINGHAM PALACE
Schnee und weiße Weihnacht sind eher un­typisch für das Londoner Winterwetter. So ist es in London eher kalt und zuweilen auch feucht, aber eigentlich kommt es beim Adventsbesuch im britischen Vielvölkerkosmos auf das Wetter ohnehin kaum an. Der Wind pfeift über die gefrorenen Rasenflächen des Hydepark. Doch auf halbem Weg zwischen Speakers Corner und Marble Arch herrscht munteres Treiben. Hell beleuchtete Karussells, Zuckerwattebuden, Riesenrad. Auf einer Eisfläche ziehen Schlittschuhläufer ihre Kreise. Einige Inder und Chinesen schleudern mit dem Mute der Verzweiflung über den „Ice Rink“, knallen gegen die Bande und sinken erschöpft zu Boden. Dazwischen britische Teenager in Hotpants und T-Shirt, offenbar ohne jegliche Kältesensoren. Einige Schritte weiter duftet es heimatlich nach frisch gebrannten Mandeln und Nüssen. Daneben türmen sich Bratwürste auf einem riesigen Schwenkgrill, „German Sausage - red and white“. Am Stand links davon holländische Pfannkuchen, Poffertjes, die sich ohne Probleme beim „Deutschen Weihnachtsmarkt“ einfügen. Die nahe Oxford Street startet am nordöstlichen Ende des Hydepark. Die Einkaufsstraße ist festlich illuminiert, Bäume, Laternenmasten und die großen Kaufhäuser Debenhams, Marks & Spencer und Selfridges glitzern und funkeln in Blau und Weiß, auf der Fahrbahn kämpfen sich voll besetzte rote Doppeldeckerbusse durch den Feierabendverkehr, begleitet von den melodisch-metallischen Klängen einer Ebony Steelband aus Trinidad.
www.visitlondon.com/de

„O TANNENBAUM“ IN GÖTEBORG
Es ist erst früher Nachmittag, doch die Dämmerung hat bereits eingesetzt. Im Norden Europas sind die Tage in der Adventszeit kurz und die Nächte lang. Aus Wolken am violett schimmernden Himmel rieseln einige Schneeflocken auf die Hafenstadt an Schwedens Westküste. Die Weihnachtsmeile, ein illuminierter Korso, erstreckt sich zwei Kilometer quer durch die Innenstadt. Lichtinstallationen, in geheimnisvolles Blau gekleidete Straßenbäume, rot angestrahlte Gebäude­fassaden und gelb beleuchtete Brückenbögen ziehen sich vom Götaplats längs der Prachtstraße Kungsportsavenyn und durch die kopfsteingepflasterte Altstadt bis zum Hafen. Herzenswärme spendet ein „singender Tannenbaum“, der mit grünen Überwürfen und roten Zipfelmützen jubilierende Göteborger Knabenchor, auf einem keilförmigen Podest wie ein Weihnachtsbaum platziert. Liseberg, eigentlich sommerlicher Vergnügungspark inmitten der Stadt, präsentiert zur Adventszeit den größten Weihnachtsmarkt Schwedens. Das Parkgelände erstrahlt in einem wahren Lichterzauber von genau 4 768 220 Leuchten. Girlanden dekorieren die Wege mit hellem Glanz, Lichterketten rahmen die Gebäude ein, statt grüner Blätter umhüllen Tausende Lämpchen die Baumkronen. 80 rotfarbene Holzhütten präsentieren eine bunte Auswahl an Holzschnitzereien, Gestricktem, Fellen oder schwedischer Glaskunst. Wirklicher Höhepunkt des Parkbesuchs ist jedoch die Fahrt in einer verglasten, sich drehenden Kabine auf die Spitze des 125 Meter hohen Liseberg-Turms. Der glitzernde Park wird schnell kleiner, dafür weitet sich der Blick über die abendliche Stadt. Irgendwo ganz im Westen endet das Lichtermeer. Dort beginnen die Schärenküste und der Ozean.
www.goteborg.com

 

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