Weihnachten 2014 Was die Münchner für Weihnachtsgeschenke ausgeben

„Im November und Dezember ein Fünftel des Jahresumsatzes“: Vorweihnachtliches Treiben in der Münchner Fußgängerzone. Foto: imago Foto: Kimberly Hoppe

404 Euro: So viel geben Münchner laut einer Umfrage heuer für Weihnachtsgeschenke aus. Das ist Rekord. Vor allem online wird immer mehr bestellt. Und am allermeisten investieren: Hausfrauen

 

München Jetzt beginnt die Zeit der Fragen. Was wünschst du dir zu Weihnachten? Die Anschlussfrage: Und was noch? Das mag manchen nerven. Und andere erfreuen – etwa die Einzelhändler.
Für die bricht jetzt die wichtigste Zeit des Jahres an. Das haben die Chefs vom Handelsverband Bayern gestern in München ziemlich deutlich gemacht.

Wie wichtig ist Weihnachten für die Einzelhändler?

„Enorm wichtig“, sagt Ernst Läuger, der Präsident des Handelsverbands Bayern (HBE). „Durchschnittlich erzielen wir im November und Dezember ein Fünftel des Jahresumsatzes. Manche Geschäfte, wie etwa der Spielzeughandel, machen sogar 40 Prozent ihres Jahresumsatzes allein im Weihnachtsgeschäft.“

Wie viel geben Bayern für Geschenke aus?

Der HBE erwartet einen Weihnachtsumsatz von rund 13,6 Milliarden Euro in Bayern. Dies wäre dann ein leichtes Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Weihnachtsgeschäft 2012. Durchschnittlich gibt jeder Bayer laut einer Umfrage der Hochschule FOM 398 Euro für Geschenke aus – mehr als je zuvor. 2012 waren es 381 Euro, 2011 noch 349.

Und die Münchner?

In München – befragt wurden hier 1559 Menschen – liegt das Budget bei durchschnittlich 404 Euro. Oliver Gansser, Gesamtleiter der FOM-Studie: „Mit 554 Euro geben die Münchner Hausfrauen am meisten für Weihnachtsgeschenke aus. Schülerinnen planen in der Landeshauptstadt im Mittel immerhin 165 Euro ein.“

Wo wird gekauft?

Immer mehr im Internet. Die Bayern bestellen für knapp 1,4 Milliarden Euro Geschenke online. Läuger: „Die Kunden kaufen zu Weihnachten online vor allen Dingen Bücher, Kleidung, Musik, Computer-Hardware, Spielzeug und Eintrittskarten.“

Dazu passt: Laut Umfrage sind Internet-Suchmaschinen den Geschenke-Käufern wichtiger als persönliche Beratung im Fachgeschäft. Aber: Zeitungsberichte stehen in der Bewertung immer noch über den Testseiten im Internet oder den Empfehlungen in sozialen Netzwerken.

Was sind die Geschenke-Klassiker?

Neben Parfüm, Uhren, Schmuck, Büchern, Spielzeug, hochwertigen Haushaltswaren und Winterbekleidung werden besonders Smartphones, Tablet-PCs und hochwertige Fernsehgeräte gekauft. Und: Ein Viertel aller Geschenke werden als Gutschein oder Bargeld überreicht.

Wann werden Geschenke gekauft?

Immer später. Laut FOM-Studie besorgen über 70 Prozent ihre Präsente erst im Dezember. 29,8 Prozent der Geschenke werden zwischen dem 16. und 22. Dezember gekauft – und 8,4 Prozent erst auf den letzten Drücker, am 23. und 24. Dezember.

Das Fazit?

„Wir haben eine sehr, sehr gute Arbeitsmarktlage, das Weihnachtsgeld hebt die Kauflaune – jetzt fehlt nur noch kühles Winterwetter“, sagt HBE-Präsident Ernst Läuger. Er hoffe, dass es in den nächsten Wochen nicht zu Streiks komme. Sonst würde die Vorweihnachtszeit auch für die Einzelhändler nervig.
 

 

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